Zurück auf Start

Veröffentlicht: 23. Juni 2017 in Allgemein

Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen. „Zurück auf Start“ – unter diesem Zeichen stand für mich die erste Jahreshälfte 2017, und das gleich mehrfach.

Der Plan

Nachdem ich die Langdistanz jetzt bereits vier mal mehr oder weniger erfolgreich gemeistert hatte, stand für mich außer Frage, dass sich auch 2017 wieder alles auf diese Karte setze. Nach einigen Überlegungen welcher Wettkampf es denn sein könnte (Ich tendierte zwischen IRONMAN Zürich, den ich jedoch ganz schön teuer fand, und irgendwas „Abgefahrenes“ in den USA oder Australien, was ich dann wieder mit einem Urlaub verbunden hätte. Allerdings störte mich an diesem Gedanken die logistische Komponente.), kam der IRONMAN Hamburg im August 2017 als neuer Event quasi direkt vor meiner Haustür ins Spiel. Obwohl ich die Anmeldegebühren von ca. 500 Euro ganz schön heftig fand, meldete ich mich als einer der ersten an. Somit war meine Konstante für die Saison 2017 gesetzt.  Als Vorbereitungswettkämpfe meldete ich gleich noch zwei Mitteldistanzen, nämlich den Alpe d’Huez Triathlon und den Ostseeman 113 an. Außerdem wollte ich die Vätternrundan (300 km Rad in Schweden) bewältigen. Und um das Jahr dann auch noch richtig vollzustopfen, beschloss ich noch den Salah-Cup (7 Volksläufe) mitzunehmen und an der Verbandsliga (5 kurze Triathlons) teilzunehmen. Obendrein erhascht ich auch noch ein Ticket für den New York Marathon. Ach ja, und der Hamburg-Marathon natürlich. Soweit der Plan … mehr ging nicht … 😉

Start ins Training

Es sollte dann doch etwas anders laufen als geplant. Nach dem ÖTILLÖ Ende Oktober 2016, war ich aufgrund einer Achillissehnentzündung zunächst mal für ein paar Wochen außer Gefecht gesetzt. Eigentlich wollte ich meine bis dahin ganz gute Form in die neue Saison retten. Die war allerdings nach dieser ersten Zwangspause futsch und somit war mein Zähler Ende November erst einmal wieder auf Null gesetzt. Das war nicht weiter dramatisch. Meinen Trainingsfokus wollte ich sowieso auf das Radfahren setzen. Also fing ich Anfang Dezember 2016 nochmal ganz von vorne an. Baute mein Radtraining langsam auf und meine Leistungskurve ging auch schön konstant nach oben.  Alle 4 Wochen machte ich einen 20-minütigen All-Out-Test auf meiner Rolle und konnte eine schöne Steigerung beobachten. Dazu ging ich weiterhin 2 mal die Woche schwimmen und 3-4 mal die Woche laufen. Dann machte ich allerdings ziemlich früh im Jahr den entscheidenden Fehler: Ich steigerte zusätzlich meine Laufumfänge  und kombinierte auch Laufen und Rad.

Erstes Reset

Zunächst nur sehr schleichend, hatte ich nach dem Laufen immer wieder Schmerzen in meinem linken Fußknöchel. Anfangs nur leicht, kaum zu lokalisieren und nach wenigen Stunden wieder weg. Ich überhörte leider diese Warnsignale und nahm erst viel zu spät wirklich wahr, was sich da auf- oder genauer gesagt abbaute. Nach einem 30-km-Trail-Trainingslauf auf gefrorenem Boden, bei dem ich mehrfach mit dem Fuß umknickte, hatte ich das erste Mal richtige Schmerzen, die auch länger anhielten.

MRT vom meinem Knochenmarködem

Ich gönnte mir ein paar Tage Laufpause. Allerdings stand dann eine Woche später bereits der erste (Trail-) Halbmarathon in Amelinghausen an. Dieser Wettkampf gab leider meinem Fuß den Rest und kostete mich letztendlich die ganze Frühjahrssaison. Am Tag danach fuhr ich mit meiner Frau ins Krankenhaus und bekam ein MRT mit der Diagnose „mehrere Knochenmarködeme im linken Fuß“ – 6-8 Wochen absolutes Laufverbot. Ansonsten würde das zu einer Streßfraktur führen, welche ein Aus für 6 Monate bedeutet hätte.

Für mich brach damit erst einmal eine Welt zusammen, aber „eigentlich“ wollte ich mich ja auf das Radfahren konzentrieren. Radfahren und Schwimmen waren „erlaubt“, soweit hatte ich den Arzt verstanden und mehr oder weniger hatten das auch meine Recherchen im Internet ergeben. Also fuhr ich jetzt noch mehr Rad, um das fehlende Laufen zu kompensieren. Mein Fuß erholte sich langsam wieder und meine Radleistung steigerte sich weiterhin, aber ich konnte natürlich nicht die geplanten Wettkämpfe mitmachen.

Als ich ca. 7 Wochen später, Ende April, wieder mit dem Laufen anfing, war meine Laufkondition fast komplett weg. Gefühlt fing ich wieder bei Null an. Nach meiner ersten Runde von nur 5 km hatte ich zwei Tage lang Muskelkater und mein Laufpuls lag 10-15 Schläge über meinem Normalwert. Anfangs hatte ich noch leichte Schmerzen im Fuß, war mir aber nicht sicher ob ich mir das nur einbildete. Trotzdem blieb ich beim Laufen vorsichtig und steigerte mich nur relativ langsam hoch.

Zweites Reset

Anfang Mai hatte ich dann allerdings einen Unfall mit dem Rad. Nach einer 100km-Trainingsfahrt stürzte ich quasi vor meiner Haustür bei voller Geschwindigkeit. Die Ursache ist mir bis heute unklar. Vermutlich ein Blackout wegen Dehydrierung. Ein paar Passanten, die meinen Sturz beobachtet hatten, erzählten mir, dass ich wohl ein paar Minuten „weg“ war, weshalb sie dann auch den Notdienst gerufen haben. Mit Blaulicht wurde ich dann, wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung und innere Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort stellte sich jedoch schnell heraus, dass mir bis auf ein paar Schürfwunden und Prellungen nichts weiter passiert war. Dennoch machte mich das Ganze etwas unsicher und ich pausierte wieder ein paar Tage.

Drittes Reset

Nur zwei Wochen später musste ich allerdings schon wieder mit dem Training pausieren. Eine simple Erkältung zwang mir letztendlich eine weitere fast 3-wöchige Pause auf. Damit war mein Zähler wieder auf fast Null zurückgesetzt.

Training

Trainingsverlauf 1.HJ/2017

Fazit

Mein Fazit aus dem ganzen Dilemma ist, dass ich wohl insgesamt etwas zu heftig und zu früh in das Training eingestiegen bin, vermutlich übertrainiert habe, was mir letztendlich das ganze Frühjahr versaut hat. Ich schraube für dieses Jahr meine Ansprüche etwas runter und hoffe, dass ich trotzdem irgendwie durch die Saison 2017 komme. Seit einer Woche trainiere ich wieder im normale Modus, aber es fällt mir schwer mich zu motivieren und ich habe auch ein paar Kilo zugenommen. Ich hoffe, dass sich das über kurz oder lang wieder einspielt. Neue Bestleistungen kann ich sicherlich die nächsten 2 Monate nicht erwarten.

Ein paar Links zum Thema:

 

Advertisements

ÖTillÖ 1000 Lakes Swimrun 2016

Veröffentlicht: 24. Oktober 2016 in Berichte, Schwimmen, swimrun

Am vergangenen Sonntag, dem 23.10.2016, fand die Premiere des ersten ÖTILLÖ 1000 Lakes Swimrun in Deutschland, genauer gesagt in Wesenberg/Rheinsberg  in der Mecklenburger Seenplatte, statt. Am Start: 183 Zweierteams aus 21 Nationen, unter ihnen die weltbesten Swimmrunner … und ich. Beim Original, dem schwedischen ÖTILLÖ (“Von Insel-zu-Insel”), müssen die Athleten ca. 10 km bei ca. 15-16°C Wassertemperatur in der Ostsee schwimmen und 63 km Trail laufen – und das immer im Wechsel. Beim 1000 Lakes Swimrun galt es ebenfalls im 2dsc_0935-er Team insgesamt 10 km zu schwimmen und 32 km zu laufen, verteilt auf 11 Schwimm- und 12 Laufabschnitte.

In Lukas Henze fand ich Anfang des Jahres einen Partner der genauso verrückt war wie ich und u.a. schon erfolgreich den Ostseeman (Triathlon-Langdistanz) und Wakenitzman (Langstreckenschwimmen) gefinisht hat. Lukas ist ein deutlich stärkerer Schwimmer als ich, aber dafür laufe ich (normalerweise) etwas schneller, so dass wir der Meinung waren, das gleicht sich aus und könnte so passen. Als Team “Lüneburg”, wie wir uns nannten, fingen wir jedoch erst einige Wochen vor dem Wettkampf mit dem spezifischen Training an. Im Sommer hatten wir bereits jeder ein Triathlon-Langdistanz-Training durch, so dass die Ausdauerbasis also generell schon bei uns beiden stimmte. Wir trainierten zusammen nur wettkampfspezifisch, d.h. Schwimmen und Laufen immer im Wechsel, und steigerten Woche für Woche die Umfänge. Anfang September konnten wir noch bei kuscheligen 23°C Wassertemperatur und 25°C Lufttemperatur trainieren, aber die Temperaturen fielen dann Anfang Oktober sehr schnell auf eisige 9°C (Wasser) und 5°C (Luft) plus Wind und Regen. Das empfanden wir als die Grenze des für uns derzeit Machbaren und waren nach der letzten langen Trainingseinheit über 4,5 km Schwimmen und 12 km Laufen so richtig platt. Jedoch sollte sich dieses harte Training als Schlüssel zum Erfolg herausstellen.

Unsere Ausrüstung sollte ebenfalls eine große Rolle spielen. Wir hatten uns beide einen speziellen Swimrun-Neoprenanzug zugelegt, den man vorne beim Laufen öffnen konnte. Geschwommen wurde mit Laufschuhen, zum einen als Kälteschutz und zum anderen um lange Wechselzeiten zu vermeiden. Außerdem benutzten wir frisierte bzw. selbstgebaute Pullboys als Auftriebskörper, um wegen der Schuhe in eine bessere Schwimmlage zu kdsc06392ommen. Zusätzlich trugen wir eine Neoprenweste unter dem Anzug, sowie eine Neoprenkappe, welche die empfindlichen Ohren vor der Kälte schützen sollte. Um mehr Druck auf die Hände beim Schwimmen zu bekommen, hatten wir Schwimmpaddles.

Am Sonntag um 8:30 Uhr fiel der Startschuss. Die Wetterbedingungen für diese lange Swimrun-Distanz waren mehr als hart: feuchtkaltes, nebliges Herbstwetter mit 5 °C Luft- und 10-12 °C Wassertemperatur. Da wir jedoch auch unter diesen Bedingungen trainiert hatten, war das im grünen Bereich. Wir hatten uns sehr gut über die 42 km lange Strecke informiert, die quer durch die Mecklenburger Seenplatte verlief, und starteten zurückhaltend im Mittelfeld um gerade am Anfang unsere Kräfte zu schonen. Diese Taktik hatten anscheinend nicht alle Teams gewählt, so dass sich bereits nach 3 km die Hälfte der Teams das erste Mal verlaufen hatte und nach dem zweiten Schwimmabschnitt 20 Teams entkräftet aufgeben mussten.

Bis auf kleinere Pannen lief es bei Lukas und mir bis zum vierten Schwimmabschnitt zunächst ganz gut. Danach sollte eigentlich ein langer Schwimmabschnitt durch den Labussee (1480 m) und dann ein langer Laufabschnitt (8 km) folgen. Dieser fünfte Schwimdsc06401mabschnitt wurde jedoch kurzfristig vom Veranstalter, als Reaktion auf die vielen Abbrüche, während des Rennens gestrichen. Damit verlängerte sich dann allerdings der Laufabschnitt auf 10 km und ein entscheidender Verpflegungspunkt viel aus. Vermutlich diese Tatsache führte bei mir zu einem Einbruch der Laufleistung. Mein Puls ging auf 90% und war für kurze Zeit nur durch Gehpausen in den Griff zu bekommen. Lukas war in dieser Situation sehr stark und baute mich mental wieder auf, so dass das Rennen für uns weiter ging. Obwohl der Veranstalter bereits am Vorabend eine weitere Streckenkürzung um 1000 m auf dem achten Schwimmabschnitt wegen Schlamm entschieden hatte, spielten sich hier viele Dramen ab, von denen wir jedoch nur teilweise etwas mitbekommen haben, weil wir entgegen unserer Annahme sehr weit vorne lagen. Nachdem wir uns mit unseren eigenen Energygels, die wir für den Notfall dabei hatten, selbst versorgt hatten, konnten wir das Lauftempo wieder anziehen und überholten so noch einige Teams. Allerdings brach bei mir, wie bei vielen anderen auch, am Ende die Schwimmleistung massiv ein. Mir fehlte es einfach an Kraft. Lukas hingegen schwamm  sehr stark bis zum Ziel, das wir dann nach 6:13 h als 41. Team erfolgreich erreichten. Von den 183 Teams haben insgesamt 81 Teams aufgeben müssen. Das schnellste Team erreichte die Ziellinie nach 4:42 h und das letzte Team nach zähen 8:56 h.

Insgesamt war der ÖTILLÖ 1000 Lakes Swimrun 2016 neben dem IRONMAN Maastricht mein persönlicher sportlicher Höhepunkt 2016. Laut Presse war das der härteste Swimrun in der Geschichte des ÖTILLÖ. Danke an Lukas für die mentale Unterstützung, ohne die ich es vermutlich nicht geschafft hätte und danke für die großartige Leistung des Veranstalters so einen Event so souverän unter solchen Bedingungen aus dem Boden zu stampfen! Nächstes Jahr gerne wieder …

Hier noch ein paar Links:

IRONMAN Maastricht – Limburg 2016

Veröffentlicht: 11. August 2016 in Berichte, Triathlon

swimBereits zum vierten Mal tat ich mir am 31.7.2016 die Triathlon-Königsdisziplin beim IRONMAN Maastricht – Limburg in den Niederlanden/Belgien an. Dieser IRONMAN wurde 2016 erst zum zweiten Mal ausgetragen und war dementsprechend noch relativ unbekannt. Trotzdem oder vielmehr deswegen fand ich ihn bei der Anmeldung im November 2015 ganz reizvoll. Versprochen wurde Schwimmen in der Maas, eine hüglige wunderschöne Radstrecke durch die Niederlande und Belgien, sowie eine anspruchsvolle Laufstrecke durch Maastricht.

Trotz monatelangem Training auf dieses Rennen hatte ich dieses Mal sehr große Selbstzweifel, ob ich tatsächlich fit genug war für die insgesamt doch recht anspruchsvolle Strecke. Das Schwimmen machte mir keine große Angst aber ich wusste genau, dass mir die Radstrecke Schwierigkeiten bereiten würde und ich dementsprechend das anschließende Laufen, meine eigentliche Paradedisziplin, wieder vermasseln könnte. Der Grund für diese Unsicherheit lag darin, dass ich mich Anfang des Jahres zu sehr auf meine ehrgeizigen Laufziele konzentriert hatte und mein Pulver etwas zu früh in der Saison verschossen hatte. Außerdem hatte ich wegen der großen Laufumfänge viel zu wenige Trainingskilometer auf dem Rad absolviert und letztendlich nur an einem einzigen Vorbereitungswettkampf teilgenommen, nämlich der Challenge Half in Heilbronn. Mein Anspruch an diesen IRONMAN konnte somit nur lauten: “Irgendwie das Ding finishen. Zeit egal.”

Das Wetter am Tag X war als wechselhaft mit Schauern bei ca. 20°C prognostiziert. Zum Abend sollte auch noch die Sonne rauskommen. Das Wasser in der Maas hatte eine für mich optimale Temperatur von 21,4 °C. Somit war Schwimmen im Neo für alle erlaubt.

Punkt 7 Uhr gab’s den Startschuss für die Profis. Der Start für die Amateure fand 10 Minuten später als Rolling-Start statt, d.h. es gingen im Abstand von 1-2 Sekunden immer ein paar Athleten in Wasser und schwammen los. So wollte man die übliche Massenpanik beim Schwimmen vermeiden, was auch prima klappte. Einziges Manko beim Schwimmen in der Maas war lediglich, dass man an manchen Stellen die Hand vor den Augen nicht sehen konnte, weil das Wasser unglaublich trübe war. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um etwas mehr Platz zu haben, schwamm ich teilweise weit am Innenrand, wo das Wasser so flach war, dass ich mit den Händen den Boden berühren konnte. Insgesamt verlief das Schwimmen aber relativ entspannt für mich und ich schwamm die knapp 4 Kilometer in 1:09 h – für mich eine super Zeit.

bikeBeim Wechsel vom Schwimmen zum Rad lies ich mir ganz bewusst etwas Zeit. Mein Ziel war es, diese Disziplin einfach nur so “entspannt” wie möglich hinter mich zu bringen. Ich wusste, dass in den zwei 90-km-Runden jeweils 4-5 harte Steigungen zu bewältigen waren und so teilte ich mir die gesamte Strecke in eben diese Abschnitte ein. Ich hatte mir vorgenommen in der ersten Runde alle Steigungen ruhig hoch zu kurbeln, um meine Kräfte für die zweite Runde zu schonen. Die Strecke verlief außerdem auf teilweise sehr schmalen Wegen und Kopfsteinpflaster – das erinnerte etwas an das legendäre Eintagesrennen “Paris – Rubaix”. Damit hatte ich allerdings weniger Probleme. Wie vom Wetterbericht versprochen, gab es leider unterwegs einige fiese Regenschauer, die mich jedes Mal komplett durchnässten. Vermutlich deswegen gab es auch sehr viele Stürze und Pannen. Die erste Runde brachte ich insgesamt relativ gut hinter mich, musste aber schon ein paar Federn lassen. In der zweiten Runde brach meine “Power” dann ca. bei KM 140 nach einem sehr heftigen Regenschauer wie erwartet ein. Allerdings hatte ich ja damit gerechnet und machte mir deswegen nicht weiter Sorgen, sondern rettete mich im ruhigen Tempo nach 6:37 h in die zweite  Wechselzone.

Nun ging es an’s Laufen. An diesem Punkt habe ich immer zweigeteilte Gefühle: zum Einen freue ich mich endlich vom Rad runterzukommen, da mir einfach nur mein Popo wehtut, zum Anderen allerdings kommt einem die Strecke von 42 km zunächst schier unglaublich lang vor (was sie ja auch ist). Nach einem ebenfalls entspanntem Wechsel lief ich ohne groß über Pace usw. nachzudenken einfach erst mal los. Das fühlte sich insgesamt noch relativ gut an und so zog ich das Tempo nach 5 Kilometern auch noch etwas an. Allerdings war das ein Fehler und so ging das Tempo dann nach weiteren 5 Kilometern wieder runter. Insgesamt konnte ich diesmal aber bis ca. Kilometer 25 durchlaufen und fing dann an in regelmäßigen Abständen zu Gehen und zu Laufen. Ich hätte auch durchlaufen können, allerdings war meine Motivation an diesem Punkt so werunit unten, dass ich dazu nicht mehr im Stande war. Konditionell wäre ich dazu aber durchaus noch in der Lage gewesen. Da sieht man mal, welche große Rolle die Psyche speilt. Selbst das Anlaufen alle paar hundert Meter viel mir zum Ende hin zunehmend schwerer. Letztendlich “lief” ich den Marathon in 4:25 h und finishte den IRONMAN insgesamt nach 12:26 h.

Ohne Gehen und bei einer besseren Radleistung, sowie schnelleren Wechseln hätte ich vermutlich bestenfalls eine 11:30 h auf dieser Strecke schaffen können. Trotzdem bin ich insgesamt zufrieden mit meiner Leistung.

Im nächsten Jahr wieder einen IRONMAN? Klar! Das Ziel steht allerdings noch nicht genau fest. Vielleicht der IRONMAN Zürich, oder evtl. nochmal den OstseeMan – mal sehen!

Ich lebe (laufe) noch. Mein letzter Beitrag ist jetzt schon etwas länger her, aber große Erfolge gab es in diesem Jahr noch nicht zu berichten und ich war auch bisschen faul, was zu schreiben.

Große (und viele) Ziele waren für das Frühjahr 2016 gesteckt: Indoorman Rostock, 100x100m Schwimmen in Hamburg, Paris-Marathon, Hamburg-Marathon und als Frühjahrsfinale der 80km-Ultra Ecotrail in Oslo – etwas unfokusiert eben. Mein Hauptziel lag mal wieder darauf, endlich einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen. Gleichzeitig wollte ich aber auch meine Schwimm- und Radleistung verbessern.

Ich versuchte zunächst mein Training auf das Laufen zu konzentrieren, trainierte aber viel zu einseitige Intensitäten. Um die harten, schnellen Intervalle mogelte ich mich gerne mal drum herum und an schnellen Wettkämpfen nahm ich auch nicht teil. Lediglich einen Halbmarathon absolvierte ich mehr Recht als schlecht in 1:32 h. Stabi-Training und Lauf-ABC? Fehlanzeige! Es kam was kommen musste, bereits der Paris-Marathon lief mit 3:35 h nicht sonderlich gut. Damit hatte ich aber schon gerechnet. Als Ursache machte ich schnell das zu warme Wetter, schlechte Vorbereitung, falsches Training und falsche persönliche Einstellung aus. Wenigstens hatte ich eine Woche schönen Urlaub in Paris.

Zwei Wochen später In Hamburg sollte es besser laufen. Mit 3:20 h Netto-Zeit war allerdings  die 3-Stunden-Marke in weite Ferne gerückt. Ok, ist dann halt so. Ich bin ja jetzt auch schon bisschen älter, da wird man halt langsamer, oder? Laut einer Prognose, die ich mal irgendwo im Web gelesen habe, soll ich die 3 Stunden aber noch bis zum 50. Lebensjahr theoretisch schaffen können. Woll’n wir mal sehen …

Dummerweise machte ich nach diesen zwei Marathons den Kapitalfehler nicht ausreichend zu pausieren/regenerieren. Folge: Eine Woche später fette Knochenhautenzündung im Schienbein. Super! Hatte ich letztes Jahr auch schon, nur im anderen Bein – haben wir wohl wieder nichts gelernt. Den 80km-Ultratrail in Oslo konnte ich somit also vergessen. Da mein Schienbein dank 2-wöchigem Laufverzicht jedoch ausgesprochen schnell heilte, beschloss ich, es in Oslo dennoch auf der 30-km-Strecke zu versuchen, was dann auch gut ging. Der Ecotrail in Oslo war großartig. Herrliche Landschaft und ein wirklich einmaliges Lauferlebnis plus eine Woche Urlaub in Oslo.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich einige blöde Anfängerfehler in der Frühjahrsaison gemacht habe, aber letztendlich noch mit einem blauen Auge davon gekommen bin, sprich: Ich habe immer noch Spaß am Laufen und ich bin nicht verletzt. Im Herbst gebe ich mir dann wieder die Kante, aber jetzt beginnen ersteinmal die Triathlons. Möge die Spiele beginnen!

Notiz an mich: Nächstes Jahr keinen Marathon auf Zeit im Frühjahr laufen, sondern mich selbst erst im Herbst abschießen, damit ich im Winter auch vernünftig regenerieren kann/muss. Mehr von diesem Trail-Scheiß! Das macht einfach irre Spaß.

Finisher

1.Indoorman Triathlon in Rostock

Veröffentlicht: 8. Februar 2016 in Berichte, Triathlon

Mein diesjähriger Einstieg in die Triathlon-Saison fand überraschend früh und bei tropischen Wetterverhältnissen spontan am vergangenen Wochenende beim 1.Indoorman in Rostock statt. Nur zwei Tage vor dem Start hatte ich von diesem neuen Event erfahren. Die 130 Startplätze waren zu diesem Zeitpunkt bereits komplett ausgebucht. Auf Nachfrage beim Veranstalter, dem TG triZack Rostock e.V., konnte ich jedoch spontan als Ersatzman für einen ausgefallenen Athleten einspringen. Die 15 Euro Startgeld kann man verglichen mit den IRONMAN-Preisen sicherlich als „kaum zu toppen“ bewerten.

Lediglich 375 m Schwimmen im wohltemperiertem 26°C-Becken, 8 km auf dem Ergometer und 2,5 km auf dem Laufband galt es am Sonntag, dem 7.Februar zu überwinden. Allerdings darf man sich durch die kurzen Distanzen nicht täuschen lassen, denn hier heißt es “Volle Pulle” in jeder Disziplin – für mich als Ausdauer-Spezialist also eine echte Herrausforderung. Der Schwimmstart erfolgte in Gruppen mit je 8 Athleten wahlweise vom Beckenrand oder direkt im Wasser. Vom Schwimmen ging es mehr oder weniger direkt auf’s Ergometer, auf dem man nun so schnell wie möglich die 8 km zu absolvieren hatte. Vom Ergometer runter, hieß es dann 2,5 km “All-Out” auf dem Laufband.

Neben vielen Hobby-Athleten waren auch überraschend viele Profis und Spezialisten für die Einzeldisziplinen am Start. Unter ihnen Bundesligisten, DM/EM/WM/Olympia-Teilnehmer und Kader, junge Nachwuchstalente usw. Zum Vergleich hier mal die jeweils besten Zeiten der Einzeldisziplinen (Einzel und Staffel) gegenüber meinen Zeiten:

Beste Zeit Meine Zeit
Swim (375m) 4:37 min (1:14 min/100m) 7:39 min (2:02 min/100m)
Bike (8 km) 9:31 min (50,4 km/h) 13:00 min (36,9 km/h)
Run (2,5 km) 7:23 min (2:57 min/km) 10:29 min (4:12 min/km)
Gesamt 22:25 min 31:41 min

Beim Schwimmen war ich ziemlich langsam unterwegs. Weshalb, weiß ich nicht genau, vermutlich hat der Triathlon-Einteiler etwas gebremst. Ich bin jedoch als 4. in meiner Gruppe aus dem Wasser rausgekommen. Den ersten (entscheidenden) Wechsel hätte ein Profi fast nicht besser hinbekommen, allerdings musste ich meine schnelle Wechselzeit anschließend auf dem Ergometer wieder einbüßen, weil ich den Start-Knopf zu spät gedrückt hatte, bzw. dieser zu träge reagierte. Auf dem Laufband hatte ich ähnliche Probleme. Im Gegensatz zum Laufen draußen, braucht das Laufband etwas Zeit, um in die Gänge zu kommen. Ebenso musste man nach den 2,5 km warten, bis das Laufband zum völligem Stillstand gekommen war und dann noch ca. 20 m in das eigentliche Ziel laufen. Der wirkliche Pace auf dem Laufband war also etwas schneller. Fast tot, aber super glücklich, flog ich dann nach 31:41 min als 30. unter den Männern über die Ziellinie. Mit diesem Ergebnis bin ich eigentlich auch sehr zufrieden.

Insgesamt finde ich, war der Indoorman wirklich eine sehr gelungene Veranstaltung. Ist sicherlich nicht selbstverständlich, dass ein Debüt so gut gelingt. Vielen Dank auch an die wirklich zahlreichen Helfer und die netten Damen an der Verpflegung. Ich bin mir sicher, dass ich wieder teilnehmen werde und nächstes Mal die 30-Minuten-Grenze knacken werde. Dieses neue Format wird sicherlich schnell viele Fans finden.

Indoorman Rostock

Mein erster Ultramarathon

Veröffentlicht: 3. November 2015 in Berichte, Laufen

AnmeldungSchon lange hatte ich mit dem Gedanken gespielt, auch mal eine längere Strecke als die klassische Marathon-Distanz zu laufen und so wollte ich mein Ultramarathon-Debüt beim 63,3 km langen Röntgenlauf in Remscheid am Sonntag, dem 25.10.2015 geben – einen Tag nach meinem 43. Geburtstag. Dieser Lauf sollte der Abschluss und zweite Höhepunkt (nach Nizza) meiner 2015-er Saison sein.

Meine Vorbereitungszeit betrug ca. 3 Monate, wobei ich auf meine Marathon-Erfahrungen aufbauen konnte. Im Wesentlichen verlängerte ich meine Lauftrainingsumfänge auf bis zu 120 km/Woche und lief drei Trainingsmarathons mit gesteigerter Intensität, um mich auf den Ultramarathon vorzubereiten. Gleichzeitig reduzierte ich meine Radtrainingseinheiten im Herbst auf ein Minimum und trainierte Rad und Schwimmen nur noch als Alternative zu den großen Laufumfängen. Auch zeitlich war einfach nicht mehr drin, da jetzt auch die Tage etwas kürzer wurden und ich nur ungern im Dunkeln draußen laufe. Zu den relativ langen Laufeinheiten streute ich immer wieder kurze bis mittellange harte Intervallläufe ein und spielte auch immer wieder mit meiner Laufgeschwindigkeit. Wie sich später zeigen sollte, brachten diese Trainingseinheiten auch den meisten Effekt.

Am Freitag vor dem Start fuhr ich mit meiner Familie nach Remscheid. Remscheid hat ca. 100.000 Einwohner, gehört zum Bergischen Land und liegt 40 km östlich von Köln – soweit die Geograffischen Daten. Ich war zum ersten Mal in diesem Teil Deutschlands und sehr überrascht, dass es hier doch relativ hüglig zu sein schien. Das Bergische Land eben – wie der Name schon sagt. Den Samstag verbrachten wir mit Sightseeing in Remscheid, womit wir zugegeben ziemlich schnell durch waren und ich checkte zum Lauf ein. Hier bekam man bereits einige Ultra- und Trail-Experten zu Gesicht. Jedenfalls vermutete ich das. Bei der Veranstaltung wurden mehrere Distanzen angeboten: 5, 10, 21, 42, 63 und 100 km. Der 100km-Lauf war 2015 eine Besonderheit, da er nur alle 5 Jahre ausgetragen wird. HuegelDer Klassiker ist jedoch die 63 km Strecke, welche zu 99% auf dem Röntgenweg, ein beschildeter Wanderweg zu Ehren Konrad Röntgens welcher hier gelebt hat, verläuft. Der 100km-Lauf sollte bereits Nachts um 3:00 Uhr starten. Es wurde gemunkelt, dass auch Joey Kelly am Start der 100km sein sollte, was dann aber doch nicht der Fall war. Ich hatte mich jedenfalls für den Klassiker über 63 Kilometer angemeldet, bei dem außerdem die Möglichkeit bestand, an der 21- und 42-Kilometermarke auszusteigen. Insgesamt waren ca. 300 Läufer für die 63-er Strecke angemeldet und ca. 1500 Läufer für die Halb- und Marathon-Strecken. Die 100km-Strecke war auf 270 Läufer beschränkt und bereits vorher ausverkauft gewesen. Weitere 1000 Sportler verteilten sich auf die restlichen Events.

Am Sonntagmorgen starteten dann die 21-er, 42-er und die 63-er Läufer zusammen bei recht trüben Wetter. Ich hatte mir die Strecke in drei gleich lange Abschnitte (Halbmarathons) unterteilt, die ich in konstantem Tempo durchlaufen wollte. Dazu hatte ich mir auch das Streckenprofil grob angesehen. Zu grob, wie ich feststellen sollte. Ich ging davon aus, dass der erste Abschnitt der Strecke insgesamt ein negatives Gefälle haben würde, der zweite Teil hoch ging und der dritte Abschnitt relativ eben sein sollte. Soweit die Theorie. In der Praxis sah das dann so aus: Es ging immer hoch und runter. Lediglich bei Kilometer 45 gab es einen ca. 5 km langen ebenen Abschnitt. Die Strecke verlief größtenteils auf Wanderwegen (60-70%) und Asphalt.

Ich hatte mir vorgenommen, den Lauf unter 6 Stunden zu schaffen, was einem Tempo von ca. 5:40 min/km entsprach. Im Training hatte ich mich auf 5:20 min/km, allerdings für eine flache Strecke, vorbereitet. Üblicherweise laufe ich einen Marathon mit 4:25 – 4:50 min/km – sollte also machbar sein. Allerdings kam ich schon vom ersten Meter an überhaupt nicht in den Tritt, d.h. es war mir wegen der Hügel unmöglich konstantes Tempo zu laufen. SteigungIch änderte meine Strategie und lief bereits den ersten Abschnitt nur nach Pulsbereich, was bei mir ca. 130 bpm bedeutete. Damit kam ich gut klar. Wenn es hoch ging, reduzierte ich das Tempo und wenn es runter ging, versuchte ich schneller zu laufen, achtete aber darauf meine Beinmuskulatur nicht zu sehr zu belasten, denn das würde unausweichlich zu Problemen führen. Den ersten Streckenabschnitt empfand ich insgesamt als sehr anstrengend, brachte ihn aber trotzdem gut hinter mich.

Bereits nach dem ersten Abschnitt, d.h. nach dem Halbmarathon, wurde es auf der Strecke sehr viel ruhiger, denn viele Läufer stiegen hier aus. Nun kam der schwierige zweite Abschnitt mit vielen steilen und längeren Anstiegen. Ich versuchte mich in Gesprächen mit anderen Läufern abzulenken und alles locker zu sehen, was mir auch ganz gut gelang. Dennoch dachte ich gelegentlich daran, nach diesem Abschnitt abzubrechen. Insgesamt empfand ich die Anstrengung härter als beim Brocken-Marathon, den ich zwei Wochen zuvor gelaufen war. Gut ein Drittel der für den Ultramarathon angemeldeten Läufer stieg nach dem zweiten Abschnitt, also einem Marathon aus. Ich zog jedoch durch und wollte jetzt wissen, wie es weiter geht.

Das letzte Drittel zog sich nun erst einmal gemächlich an einem Bach entlang und es ging hier und da mal etwas hoch und runter, aber die fiesen Steigungen blieben zunächst aus. Ab KM 45 lief ich ein ganzen Stück zusammen mit einem Läufer, der mich kurz zuvor angesprochen hatte, ob ich ihn ein Stück mitnehmen könne, da ich noch relativ frisch aussah. Auf dem nun folgenden ziemlich ebenen Abschnitt liefen wir beide teilweise mit 4:50 min/km. Ich dachte die ganze Zeit, dass ich jetzt gleich den großen Einbruch erleben würde und dann überhaupt nichts mehr ginge, aber das passierte nicht, auch wenn sich mein Tempo nach Kilometer 50 drastisch reduzierte und ich jetzt quasi jede härtere Steigung gehen musste. Penibel hielt ich mich an meinen strengen Ernährungsplan: alle 10 km einen Energieriegel, eine Salztablette und viel Wasser –  sonst nichts. Kein Prosecco, kein Bier, keine Pralinen und was sonst noch alles angeboten wurde.

Auf den letzten Kilometern mischten sich dann die Ultraläufer wieder mit den 5- und 10-km-Läufern, welche sehr viel später gestartet waren. Nun war die Ziellinie für mich greifbar und nach einer letzten harten Steigung lief ich dann nach 6:16 h als 30./180 Männern und als 9./30 VorherNachherin meiner Altersklasse M40 in das Ziel ein. Mein Ziel, unter 6 Stunden zu bleiben, hatte ich damit zwar nicht ganz erreicht, aber angesichts der schwierigen Strecke bin ich mit diesem Ergebnis bei meinem Ultramarathon-Debüt höchst zufrieden.

Von den Strapazen habe ich mich dann relativ schnell und gut erholt. Noch am gleichen Abend fuhren wir nach Köln, um dort noch zwei weitere Tage Urlaub zu genießen. Bereits am nächsten Tag schaffte ich die 533 Stufen auf die Spitze des Kölner Doms und ich schaffte die Stufen auch wieder runter. Drei Tage Muskelkater, im Wesentlichen in den Oberschenkeln, und der Lauf war schon fast wieder vergessen.

Nach dem Lauf ist außerdem vor dem Lauf. Auch wenn Ultra so richtig weh tut, ist Ultralaufen leider geil und macht so richtig süchtig nach mehr. Deshalb habe ich mich auch bereits für den nächsten Ultralauf angemeldet, den Ecotrail in Oslo im Mai 2016: 80 Kilometer/1900 hm. Frei nach dem Motto: Höher, schneller, weiter!

Marathon-Triple Berlin-Bremen-Brocken

Veröffentlicht: 14. Oktober 2015 in Berichte, Laufen

IMG_2876Zwei Wochen, drei Marathons. In einem spontanen Selbstversuch lief ich Berlin, Bremen und den Brocken im Harz. Mein Trainingsplan für den Ende Oktober geplanten Ultramarathon sah in den letzten Wochen mehrere längere Trainingsläufe bis 40 km vor. Ich dachte mir: „Dann kannst du eigentlich auch gleich einen Marathon laufen.“. Für Berlin war ich sowieso bereits seit fast einem Jahr angemeldet, damals allerdings noch mit Sub-3-Ambitionen. Ich wollte in Berlin noch mal versuchen, die 3-Stunden-Marke zu knacken. Für das Ultralauftraining war mir das Risiko einer Verletzung allerdings viel zu groß, deshalb beschloss ich den Berliner-Marathon (nur) in 3:30 h als Trainingslauf zu machen und landete auf den Punkt im Ziel. Irgendwie kam ich auf den genialen Gedanken: “Könntest ja einen zweiten Marathon hinterherlaufen.”. Gedacht – getan. Also startete ich auch noch in Bremen eine Woche nach dem Berliner-Marathon. Da ich nicht wusste, wie es in Bremen laufen würde, setzte ich mir kein großes Ziel, sondern wollte eigentlich nur “entspannt” durchlaufen. Das lief dann so entspannt (3:28 h), dass ich schon auf der Rückfahrt von Bremen darüber nachdachte, noch einen Marathon eine weitere Woche später zu wagen. Die Auswahl an Marathons war allerdings nur begrenzt: entweder 11 Runden um den Öjendorfer-See, was mir ziemlich öde erschien, oder Norddeutschlands schwersten Marathon auf den 1142 m hohen Brocken im Harz, was mir als ziemlich hart und risikoreich erschien. Trotzdem, oder gerade deswegen, entschied ich mich für den Brocken und kam auch hier überraschenderweise in 4:00 h (und 4 Sekunden 😦 ) sehr gut durch. (Hatte hinterher allerdings ein paar Tage Muskelkater)

Die drei Marathons könnten kaum unterschiedlicher sein: Berlin – eine Massenveranstaltung in der Großstadt für Bestzeitenjäger, Bremen – ganz klar eine Spaßveranstaltung für Liebhaber und der Brocken – ein etwas härterer Landschaftslauf für den Trailnerd. Ich persönlich war von Bremen besonders positiv überrascht und von Berlin etwas enttäuscht. Der Brocken ist sowieso etwas besonderes.

Ein kurzer Überblick:

Berlin-Marathon Bremen-Marathon Brocken-Marathon
Startgebühren 128 Euro 62 Euro 40 Euro
Nachmeldung vor Ort möglich nein ja ja
Startunterlagen am Wettkampftag nein ja ja
Finisher-Shirt ja ja nein (nicht bestellt)
Medaille ja ja ja
Strecke flach, Asphalt, voll flach, Asphalt, Wege bergig, Trail, ruhig
Läufer (ca.) 40.000 1.000 700
Läufertypen Bestzeitenjäger Spaßhabenwoller Ultra- und Trailnerds
Zuschauer entlang der ganzen Strecke + Hotspots Hotspots, Party-Stimmung Start/Ziel-Bereich und am Gipfel
Netto-Zeit 3:30 h 3:28 h 4:00 h
Ausstattung im Ziel-Bereich gut sehr gut gut

 

Daumen hoch für den Bremer-Marathon

Daumen hoch für den Bremer-Marathon