IRONMAN Maastricht – Limburg 2016

Veröffentlicht: 11. August 2016 in Berichte, Triathlon

swimBereits zum vierten Mal tat ich mir am 31.7.2016 die Triathlon-Königsdisziplin beim IRONMAN Maastricht – Limburg in den Niederlanden/Belgien an. Dieser IRONMAN wurde 2016 erst zum zweiten Mal ausgetragen und war dementsprechend noch relativ unbekannt. Trotzdem oder vielmehr deswegen fand ich ihn bei der Anmeldung im November 2015 ganz reizvoll. Versprochen wurde Schwimmen in der Maas, eine hüglige wunderschöne Radstrecke durch die Niederlande und Belgien, sowie eine anspruchsvolle Laufstrecke durch Maastricht.

Trotz monatelangem Training auf dieses Rennen hatte ich dieses Mal sehr große Selbstzweifel, ob ich tatsächlich fit genug war für die insgesamt doch recht anspruchsvolle Strecke. Das Schwimmen machte mir keine große Angst aber ich wusste genau, dass mir die Radstrecke Schwierigkeiten bereiten würde und ich dementsprechend das anschließende Laufen, meine eigentliche Paradedisziplin, wieder vermasseln könnte. Der Grund für diese Unsicherheit lag darin, dass ich mich Anfang des Jahres zu sehr auf meine ehrgeizigen Laufziele konzentriert hatte und mein Pulver etwas zu früh in der Saison verschossen hatte. Außerdem hatte ich wegen der großen Laufumfänge viel zu wenige Trainingskilometer auf dem Rad absolviert und letztendlich nur an einem einzigen Vorbereitungswettkampf teilgenommen, nämlich der Challenge Half in Heilbronn. Mein Anspruch an diesen IRONMAN konnte somit nur lauten: “Irgendwie das Ding finishen. Zeit egal.”

Das Wetter am Tag X war als wechselhaft mit Schauern bei ca. 20°C prognostiziert. Zum Abend sollte auch noch die Sonne rauskommen. Das Wasser in der Maas hatte eine für mich optimale Temperatur von 21,4 °C. Somit war Schwimmen im Neo für alle erlaubt.

Punkt 7 Uhr gab’s den Startschuss für die Profis. Der Start für die Amateure fand 10 Minuten später als Rolling-Start statt, d.h. es gingen im Abstand von 1-2 Sekunden immer ein paar Athleten in Wasser und schwammen los. So wollte man die übliche Massenpanik beim Schwimmen vermeiden, was auch prima klappte. Einziges Manko beim Schwimmen in der Maas war lediglich, dass man an manchen Stellen die Hand vor den Augen nicht sehen konnte, weil das Wasser unglaublich trübe war. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um etwas mehr Platz zu haben, schwamm ich teilweise weit am Innenrand, wo das Wasser so flach war, dass ich mit den Händen den Boden berühren konnte. Insgesamt verlief das Schwimmen aber relativ entspannt für mich und ich schwamm die knapp 4 Kilometer in 1:09 h – für mich eine super Zeit.

bikeBeim Wechsel vom Schwimmen zum Rad lies ich mir ganz bewusst etwas Zeit. Mein Ziel war es, diese Disziplin einfach nur so “entspannt” wie möglich hinter mich zu bringen. Ich wusste, dass in den zwei 90-km-Runden jeweils 4-5 harte Steigungen zu bewältigen waren und so teilte ich mir die gesamte Strecke in eben diese Abschnitte ein. Ich hatte mir vorgenommen in der ersten Runde alle Steigungen ruhig hoch zu kurbeln, um meine Kräfte für die zweite Runde zu schonen. Die Strecke verlief außerdem auf teilweise sehr schmalen Wegen und Kopfsteinpflaster – das erinnerte etwas an das legendäre Eintagesrennen “Paris – Rubaix”. Damit hatte ich allerdings weniger Probleme. Wie vom Wetterbericht versprochen, gab es leider unterwegs einige fiese Regenschauer, die mich jedes Mal komplett durchnässten. Vermutlich deswegen gab es auch sehr viele Stürze und Pannen. Die erste Runde brachte ich insgesamt relativ gut hinter mich, musste aber schon ein paar Federn lassen. In der zweiten Runde brach meine “Power” dann ca. bei KM 140 nach einem sehr heftigen Regenschauer wie erwartet ein. Allerdings hatte ich ja damit gerechnet und machte mir deswegen nicht weiter Sorgen, sondern rettete mich im ruhigen Tempo nach 6:37 h in die zweite  Wechselzone.

Nun ging es an’s Laufen. An diesem Punkt habe ich immer zweigeteilte Gefühle: zum Einen freue ich mich endlich vom Rad runterzukommen, da mir einfach nur mein Popo wehtut, zum Anderen allerdings kommt einem die Strecke von 42 km zunächst schier unglaublich lang vor (was sie ja auch ist). Nach einem ebenfalls entspanntem Wechsel lief ich ohne groß über Pace usw. nachzudenken einfach erst mal los. Das fühlte sich insgesamt noch relativ gut an und so zog ich das Tempo nach 5 Kilometern auch noch etwas an. Allerdings war das ein Fehler und so ging das Tempo dann nach weiteren 5 Kilometern wieder runter. Insgesamt konnte ich diesmal aber bis ca. Kilometer 25 durchlaufen und fing dann an in regelmäßigen Abständen zu Gehen und zu Laufen. Ich hätte auch durchlaufen können, allerdings war meine Motivation an diesem Punkt so werunit unten, dass ich dazu nicht mehr im Stande war. Konditionell wäre ich dazu aber durchaus noch in der Lage gewesen. Da sieht man mal, welche große Rolle die Psyche speilt. Selbst das Anlaufen alle paar hundert Meter viel mir zum Ende hin zunehmend schwerer. Letztendlich “lief” ich den Marathon in 4:25 h und finishte den IRONMAN insgesamt nach 12:26 h.

Ohne Gehen und bei einer besseren Radleistung, sowie schnelleren Wechseln hätte ich vermutlich bestenfalls eine 11:30 h auf dieser Strecke schaffen können. Trotzdem bin ich insgesamt zufrieden mit meiner Leistung.

Im nächsten Jahr wieder einen IRONMAN? Klar! Das Ziel steht allerdings noch nicht genau fest. Vielleicht der IRONMAN Zürich, oder evtl. nochmal den OstseeMan – mal sehen!

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Kommentare
  1. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Finish. Super gekämpft, vor allem bei diesen Wetterbedingungen. Das wäre für mich die absolute Härte gewesen… Ich wusste gar nicht, dass es auch in Maastricht so einige Steigungen gibt.

    Für das nächste Jahr kann ich dir Zürich ans Herz legen! Ich habe dort dieses Jahr meine erste Langdistanz gefinished und es war fantastisch. Die Radstrecke ist einfach der absolute Traum und die neue Laufstrecke ist auch sehr schön durch die Altstadt und am Wasser entlang.

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