Zurück auf Start

Veröffentlicht: 23. Juni 2017 in Allgemein

Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen. „Zurück auf Start“ – unter diesem Zeichen stand für mich die erste Jahreshälfte 2017, und das gleich mehrfach.

Der Plan

Nachdem ich die Langdistanz jetzt bereits vier mal mehr oder weniger erfolgreich gemeistert hatte, stand für mich außer Frage, dass sich auch 2017 wieder alles auf diese Karte setze. Nach einigen Überlegungen welcher Wettkampf es denn sein könnte (Ich tendierte zwischen IRONMAN Zürich, den ich jedoch ganz schön teuer fand, und irgendwas „Abgefahrenes“ in den USA oder Australien, was ich dann wieder mit einem Urlaub verbunden hätte. Allerdings störte mich an diesem Gedanken die logistische Komponente.), kam der IRONMAN Hamburg im August 2017 als neuer Event quasi direkt vor meiner Haustür ins Spiel. Obwohl ich die Anmeldegebühren von ca. 500 Euro ganz schön heftig fand, meldete ich mich als einer der ersten an. Somit war meine Konstante für die Saison 2017 gesetzt.  Als Vorbereitungswettkämpfe meldete ich gleich noch zwei Mitteldistanzen, nämlich den Alpe d’Huez Triathlon und den Ostseeman 113 an. Außerdem wollte ich die Vätternrundan (300 km Rad in Schweden) bewältigen. Und um das Jahr dann auch noch richtig vollzustopfen, beschloss ich noch den Salah-Cup (7 Volksläufe) mitzunehmen und an der Verbandsliga (5 kurze Triathlons) teilzunehmen. Obendrein erhascht ich auch noch ein Ticket für den New York Marathon. Ach ja, und der Hamburg-Marathon natürlich. Soweit der Plan … mehr ging nicht … 😉

Start ins Training

Es sollte dann doch etwas anders laufen als geplant. Nach dem ÖTILLÖ Ende Oktober 2016, war ich aufgrund einer Achillissehnentzündung zunächst mal für ein paar Wochen außer Gefecht gesetzt. Eigentlich wollte ich meine bis dahin ganz gute Form in die neue Saison retten. Die war allerdings nach dieser ersten Zwangspause futsch und somit war mein Zähler Ende November erst einmal wieder auf Null gesetzt. Das war nicht weiter dramatisch. Meinen Trainingsfokus wollte ich sowieso auf das Radfahren setzen. Also fing ich Anfang Dezember 2016 nochmal ganz von vorne an. Baute mein Radtraining langsam auf und meine Leistungskurve ging auch schön konstant nach oben.  Alle 4 Wochen machte ich einen 20-minütigen All-Out-Test auf meiner Rolle und konnte eine schöne Steigerung beobachten. Dazu ging ich weiterhin 2 mal die Woche schwimmen und 3-4 mal die Woche laufen. Dann machte ich allerdings ziemlich früh im Jahr den entscheidenden Fehler: Ich steigerte zusätzlich meine Laufumfänge  und kombinierte auch Laufen und Rad.

Erstes Reset

Zunächst nur sehr schleichend, hatte ich nach dem Laufen immer wieder Schmerzen in meinem linken Fußknöchel. Anfangs nur leicht, kaum zu lokalisieren und nach wenigen Stunden wieder weg. Ich überhörte leider diese Warnsignale und nahm erst viel zu spät wirklich wahr, was sich da auf- oder genauer gesagt abbaute. Nach einem 30-km-Trail-Trainingslauf auf gefrorenem Boden, bei dem ich mehrfach mit dem Fuß umknickte, hatte ich das erste Mal richtige Schmerzen, die auch länger anhielten.

MRT vom meinem Knochenmarködem

Ich gönnte mir ein paar Tage Laufpause. Allerdings stand dann eine Woche später bereits der erste (Trail-) Halbmarathon in Amelinghausen an. Dieser Wettkampf gab leider meinem Fuß den Rest und kostete mich letztendlich die ganze Frühjahrssaison. Am Tag danach fuhr ich mit meiner Frau ins Krankenhaus und bekam ein MRT mit der Diagnose „mehrere Knochenmarködeme im linken Fuß“ – 6-8 Wochen absolutes Laufverbot. Ansonsten würde das zu einer Streßfraktur führen, welche ein Aus für 6 Monate bedeutet hätte.

Für mich brach damit erst einmal eine Welt zusammen, aber „eigentlich“ wollte ich mich ja auf das Radfahren konzentrieren. Radfahren und Schwimmen waren „erlaubt“, soweit hatte ich den Arzt verstanden und mehr oder weniger hatten das auch meine Recherchen im Internet ergeben. Also fuhr ich jetzt noch mehr Rad, um das fehlende Laufen zu kompensieren. Mein Fuß erholte sich langsam wieder und meine Radleistung steigerte sich weiterhin, aber ich konnte natürlich nicht die geplanten Wettkämpfe mitmachen.

Als ich ca. 7 Wochen später, Ende April, wieder mit dem Laufen anfing, war meine Laufkondition fast komplett weg. Gefühlt fing ich wieder bei Null an. Nach meiner ersten Runde von nur 5 km hatte ich zwei Tage lang Muskelkater und mein Laufpuls lag 10-15 Schläge über meinem Normalwert. Anfangs hatte ich noch leichte Schmerzen im Fuß, war mir aber nicht sicher ob ich mir das nur einbildete. Trotzdem blieb ich beim Laufen vorsichtig und steigerte mich nur relativ langsam hoch.

Zweites Reset

Anfang Mai hatte ich dann allerdings einen Unfall mit dem Rad. Nach einer 100km-Trainingsfahrt stürzte ich quasi vor meiner Haustür bei voller Geschwindigkeit. Die Ursache ist mir bis heute unklar. Vermutlich ein Blackout wegen Dehydrierung. Ein paar Passanten, die meinen Sturz beobachtet hatten, erzählten mir, dass ich wohl ein paar Minuten „weg“ war, weshalb sie dann auch den Notdienst gerufen haben. Mit Blaulicht wurde ich dann, wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung und innere Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort stellte sich jedoch schnell heraus, dass mir bis auf ein paar Schürfwunden und Prellungen nichts weiter passiert war. Dennoch machte mich das Ganze etwas unsicher und ich pausierte wieder ein paar Tage.

Drittes Reset

Nur zwei Wochen später musste ich allerdings schon wieder mit dem Training pausieren. Eine simple Erkältung zwang mir letztendlich eine weitere fast 3-wöchige Pause auf. Damit war mein Zähler wieder auf fast Null zurückgesetzt.

Training

Trainingsverlauf 1.HJ/2017

Fazit

Mein Fazit aus dem ganzen Dilemma ist, dass ich wohl insgesamt etwas zu heftig und zu früh in das Training eingestiegen bin, vermutlich übertrainiert habe, was mir letztendlich das ganze Frühjahr versaut hat. Ich schraube für dieses Jahr meine Ansprüche etwas runter und hoffe, dass ich trotzdem irgendwie durch die Saison 2017 komme. Seit einer Woche trainiere ich wieder im normale Modus, aber es fällt mir schwer mich zu motivieren und ich habe auch ein paar Kilo zugenommen. Ich hoffe, dass sich das über kurz oder lang wieder einspielt. Neue Bestleistungen kann ich sicherlich die nächsten 2 Monate nicht erwarten.

Ein paar Links zum Thema:

 

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