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Zurück auf Start

Veröffentlicht: 23. Juni 2017 in Allgemein

Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen. „Zurück auf Start“ – unter diesem Zeichen stand für mich die erste Jahreshälfte 2017, und das gleich mehrfach.

Der Plan

Nachdem ich die Langdistanz jetzt bereits vier mal mehr oder weniger erfolgreich gemeistert hatte, stand für mich außer Frage, dass sich auch 2017 wieder alles auf diese Karte setze. Nach einigen Überlegungen welcher Wettkampf es denn sein könnte (Ich tendierte zwischen IRONMAN Zürich, den ich jedoch ganz schön teuer fand, und irgendwas „Abgefahrenes“ in den USA oder Australien, was ich dann wieder mit einem Urlaub verbunden hätte. Allerdings störte mich an diesem Gedanken die logistische Komponente.), kam der IRONMAN Hamburg im August 2017 als neuer Event quasi direkt vor meiner Haustür ins Spiel. Obwohl ich die Anmeldegebühren von ca. 500 Euro ganz schön heftig fand, meldete ich mich als einer der ersten an. Somit war meine Konstante für die Saison 2017 gesetzt.  Als Vorbereitungswettkämpfe meldete ich gleich noch zwei Mitteldistanzen, nämlich den Alpe d’Huez Triathlon und den Ostseeman 113 an. Außerdem wollte ich die Vätternrundan (300 km Rad in Schweden) bewältigen. Und um das Jahr dann auch noch richtig vollzustopfen, beschloss ich noch den Salah-Cup (7 Volksläufe) mitzunehmen und an der Verbandsliga (5 kurze Triathlons) teilzunehmen. Obendrein erhascht ich auch noch ein Ticket für den New York Marathon. Ach ja, und der Hamburg-Marathon natürlich. Soweit der Plan … mehr ging nicht … 😉

Start ins Training

Es sollte dann doch etwas anders laufen als geplant. Nach dem ÖTILLÖ Ende Oktober 2016, war ich aufgrund einer Achillissehnentzündung zunächst mal für ein paar Wochen außer Gefecht gesetzt. Eigentlich wollte ich meine bis dahin ganz gute Form in die neue Saison retten. Die war allerdings nach dieser ersten Zwangspause futsch und somit war mein Zähler Ende November erst einmal wieder auf Null gesetzt. Das war nicht weiter dramatisch. Meinen Trainingsfokus wollte ich sowieso auf das Radfahren setzen. Also fing ich Anfang Dezember 2016 nochmal ganz von vorne an. Baute mein Radtraining langsam auf und meine Leistungskurve ging auch schön konstant nach oben.  Alle 4 Wochen machte ich einen 20-minütigen All-Out-Test auf meiner Rolle und konnte eine schöne Steigerung beobachten. Dazu ging ich weiterhin 2 mal die Woche schwimmen und 3-4 mal die Woche laufen. Dann machte ich allerdings ziemlich früh im Jahr den entscheidenden Fehler: Ich steigerte zusätzlich meine Laufumfänge  und kombinierte auch Laufen und Rad.

Erstes Reset

Zunächst nur sehr schleichend, hatte ich nach dem Laufen immer wieder Schmerzen in meinem linken Fußknöchel. Anfangs nur leicht, kaum zu lokalisieren und nach wenigen Stunden wieder weg. Ich überhörte leider diese Warnsignale und nahm erst viel zu spät wirklich wahr, was sich da auf- oder genauer gesagt abbaute. Nach einem 30-km-Trail-Trainingslauf auf gefrorenem Boden, bei dem ich mehrfach mit dem Fuß umknickte, hatte ich das erste Mal richtige Schmerzen, die auch länger anhielten.

MRT vom meinem Knochenmarködem

Ich gönnte mir ein paar Tage Laufpause. Allerdings stand dann eine Woche später bereits der erste (Trail-) Halbmarathon in Amelinghausen an. Dieser Wettkampf gab leider meinem Fuß den Rest und kostete mich letztendlich die ganze Frühjahrssaison. Am Tag danach fuhr ich mit meiner Frau ins Krankenhaus und bekam ein MRT mit der Diagnose „mehrere Knochenmarködeme im linken Fuß“ – 6-8 Wochen absolutes Laufverbot. Ansonsten würde das zu einer Streßfraktur führen, welche ein Aus für 6 Monate bedeutet hätte.

Für mich brach damit erst einmal eine Welt zusammen, aber „eigentlich“ wollte ich mich ja auf das Radfahren konzentrieren. Radfahren und Schwimmen waren „erlaubt“, soweit hatte ich den Arzt verstanden und mehr oder weniger hatten das auch meine Recherchen im Internet ergeben. Also fuhr ich jetzt noch mehr Rad, um das fehlende Laufen zu kompensieren. Mein Fuß erholte sich langsam wieder und meine Radleistung steigerte sich weiterhin, aber ich konnte natürlich nicht die geplanten Wettkämpfe mitmachen.

Als ich ca. 7 Wochen später, Ende April, wieder mit dem Laufen anfing, war meine Laufkondition fast komplett weg. Gefühlt fing ich wieder bei Null an. Nach meiner ersten Runde von nur 5 km hatte ich zwei Tage lang Muskelkater und mein Laufpuls lag 10-15 Schläge über meinem Normalwert. Anfangs hatte ich noch leichte Schmerzen im Fuß, war mir aber nicht sicher ob ich mir das nur einbildete. Trotzdem blieb ich beim Laufen vorsichtig und steigerte mich nur relativ langsam hoch.

Zweites Reset

Anfang Mai hatte ich dann allerdings einen Unfall mit dem Rad. Nach einer 100km-Trainingsfahrt stürzte ich quasi vor meiner Haustür bei voller Geschwindigkeit. Die Ursache ist mir bis heute unklar. Vermutlich ein Blackout wegen Dehydrierung. Ein paar Passanten, die meinen Sturz beobachtet hatten, erzählten mir, dass ich wohl ein paar Minuten „weg“ war, weshalb sie dann auch den Notdienst gerufen haben. Mit Blaulicht wurde ich dann, wegen des Verdachts auf Gehirnerschütterung und innere Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Dort stellte sich jedoch schnell heraus, dass mir bis auf ein paar Schürfwunden und Prellungen nichts weiter passiert war. Dennoch machte mich das Ganze etwas unsicher und ich pausierte wieder ein paar Tage.

Drittes Reset

Nur zwei Wochen später musste ich allerdings schon wieder mit dem Training pausieren. Eine simple Erkältung zwang mir letztendlich eine weitere fast 3-wöchige Pause auf. Damit war mein Zähler wieder auf fast Null zurückgesetzt.

Training

Trainingsverlauf 1.HJ/2017

Fazit

Mein Fazit aus dem ganzen Dilemma ist, dass ich wohl insgesamt etwas zu heftig und zu früh in das Training eingestiegen bin, vermutlich übertrainiert habe, was mir letztendlich das ganze Frühjahr versaut hat. Ich schraube für dieses Jahr meine Ansprüche etwas runter und hoffe, dass ich trotzdem irgendwie durch die Saison 2017 komme. Seit einer Woche trainiere ich wieder im normale Modus, aber es fällt mir schwer mich zu motivieren und ich habe auch ein paar Kilo zugenommen. Ich hoffe, dass sich das über kurz oder lang wieder einspielt. Neue Bestleistungen kann ich sicherlich die nächsten 2 Monate nicht erwarten.

Ein paar Links zum Thema:

 

Ich lebe (laufe) noch. Mein letzter Beitrag ist jetzt schon etwas länger her, aber große Erfolge gab es in diesem Jahr noch nicht zu berichten und ich war auch bisschen faul, was zu schreiben.

Große (und viele) Ziele waren für das Frühjahr 2016 gesteckt: Indoorman Rostock, 100x100m Schwimmen in Hamburg, Paris-Marathon, Hamburg-Marathon und als Frühjahrsfinale der 80km-Ultra Ecotrail in Oslo – etwas unfokusiert eben. Mein Hauptziel lag mal wieder darauf, endlich einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen. Gleichzeitig wollte ich aber auch meine Schwimm- und Radleistung verbessern.

Ich versuchte zunächst mein Training auf das Laufen zu konzentrieren, trainierte aber viel zu einseitige Intensitäten. Um die harten, schnellen Intervalle mogelte ich mich gerne mal drum herum und an schnellen Wettkämpfen nahm ich auch nicht teil. Lediglich einen Halbmarathon absolvierte ich mehr Recht als schlecht in 1:32 h. Stabi-Training und Lauf-ABC? Fehlanzeige! Es kam was kommen musste, bereits der Paris-Marathon lief mit 3:35 h nicht sonderlich gut. Damit hatte ich aber schon gerechnet. Als Ursache machte ich schnell das zu warme Wetter, schlechte Vorbereitung, falsches Training und falsche persönliche Einstellung aus. Wenigstens hatte ich eine Woche schönen Urlaub in Paris.

Zwei Wochen später In Hamburg sollte es besser laufen. Mit 3:20 h Netto-Zeit war allerdings  die 3-Stunden-Marke in weite Ferne gerückt. Ok, ist dann halt so. Ich bin ja jetzt auch schon bisschen älter, da wird man halt langsamer, oder? Laut einer Prognose, die ich mal irgendwo im Web gelesen habe, soll ich die 3 Stunden aber noch bis zum 50. Lebensjahr theoretisch schaffen können. Woll’n wir mal sehen …

Dummerweise machte ich nach diesen zwei Marathons den Kapitalfehler nicht ausreichend zu pausieren/regenerieren. Folge: Eine Woche später fette Knochenhautenzündung im Schienbein. Super! Hatte ich letztes Jahr auch schon, nur im anderen Bein – haben wir wohl wieder nichts gelernt. Den 80km-Ultratrail in Oslo konnte ich somit also vergessen. Da mein Schienbein dank 2-wöchigem Laufverzicht jedoch ausgesprochen schnell heilte, beschloss ich, es in Oslo dennoch auf der 30-km-Strecke zu versuchen, was dann auch gut ging. Der Ecotrail in Oslo war großartig. Herrliche Landschaft und ein wirklich einmaliges Lauferlebnis plus eine Woche Urlaub in Oslo.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich einige blöde Anfängerfehler in der Frühjahrsaison gemacht habe, aber letztendlich noch mit einem blauen Auge davon gekommen bin, sprich: Ich habe immer noch Spaß am Laufen und ich bin nicht verletzt. Im Herbst gebe ich mir dann wieder die Kante, aber jetzt beginnen ersteinmal die Triathlons. Möge die Spiele beginnen!

Notiz an mich: Nächstes Jahr keinen Marathon auf Zeit im Frühjahr laufen, sondern mich selbst erst im Herbst abschießen, damit ich im Winter auch vernünftig regenerieren kann/muss. Mehr von diesem Trail-Scheiß! Das macht einfach irre Spaß.

Finisher

Seit Nizza ist jetzt etwas Zeit ins Land gezogen und meine 2015-er-Saison nährt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Allerdings stehen noch ein paar Todo’s auf meinem Zettel, wie z.B. der Berliner-Marathon, der Rostocker-Triathlon und als Herbst-Highlight mein erster Ultramarathon, der 63 Kilometer lange Röntgenlauf in Remscheid, den ich mir quasi zum Geburtstag schenke. Was gibt’s Schöneres? 😉

FoerdecrossingNach Nizza musste ich ein paar Wunden lecken. Eine Entzündung im Schienbein (Schienbeinkantensyndrom oder auch Shine Splints genannt – nach Selbstdiagnose), die ich bereits seit dem Hamburg-Marathon mit mir rumschleppte, jedoch nicht richtig ernst genommen hatte, zwang mich zunächst dazu mein Training massiv runterzufahren. In der Konsequenz bedeutete das für mich auch die Absage des Osteeeman-Triathlons bei dem ich eigentlich in der Staffel einen Marathon laufen wollte. Ich tröstete mich  mit der Teilnahme an der Rostocker-Marathonnacht, bei der ich allerdings nur die Halbmarathondistanz lief. Eine Woche zuvor war ich bereits  Landesligaverpflichtungen beim Silbersee Triathlon in Stuhr (Nähe Bremen) auf der olympischen Distanz (1,9K Swim, 40K Bike, 10K Run) nachgekommen und konnte mit 2:29 h eine für mich sehr gute Zeit hinlegen.

Ein weiteres Highlight war meine Teilnahme am Fördecrossing, einem Open-Water-Schwimmevent in der Nähe von Flensburg, beim dem man in der Ostsee von Dänemark nach Deutschland ca. 3 km zu schwimmen hatte. Perfektes Wetter, d.h. Sonne, leichter Rückenwind, 21°C Wassertemperatur, und ein perfekt organisierter Wettkampf sorgten für entsprechend gute Laune und eine neue Bestzeit (51 Minuten) für mich auf dieser Distanz. Nächstes Jahr gerne wieder …

Derzeit trainiere ich auf den Ultramarathon nach einem 70-km-Trainingsplan von Hubert Beck mit Zielzeit von 6:30 h. Mein Ziel ist es den Röntgenlauf unter 6 Stunden zu laufen, was ich auch für machbar halte. Allerdings habe ich bisher keine Ultralauf-Erfahrung, deshalb wird es sehr spannend, wie dieser Lauf für mich ausgehen wird. Der Trainingsplan sieht u.a. auch mehrere 40-km-Trainingsläufe vor, weshalb ich den 4 Wochen früher stattfindenden Berliner-Marathon “nur” als Trainingslauf absolvieren will. Mein Ziel: Spaß haben und Berlin genießen!

2014: 2015 wird alles besser

Veröffentlicht: 2. Januar 2015 in Allgemein

pokal_papaEs lässt sich natürlich nicht vermeiden, das Jahr 2014 auch mal insgesamt rückwirkend zu betrachten. Das Jahr fing erfolgversprechend mit einer neuen persönlichen Marathon-Bestzeit von 3:11 Stunden an, den Rest des Jahres trat ich jedoch auf der Stelle. Mir fehlte der Biss. Dafür hatte ich allerdings einige sehr schöne Events auf meiner TODO-Liste, die ich alle erfolgreich durchbrachte, z.B. die Challenge Roth, eine Hitzeschlacht auf hohem Niveau, und dann natürlich der New York-Marathon, den ich nie vergessen werde. Daneben habe ich aber auch an vielen kleineren Veranstaltungen teilgenommen und viel herumprobiert, z.B. der Gegen-den-Wind-Triathlon in St.Peter-Ording, oder der erste IRONMAN 70.3 auf Rügen bei sensationell schlechtem Wetter und dann war da auch der Brocken-Marathon, ebenfalls ein ganz besonderes Erlebnis.

2015 wird alles anders – nö, nicht wirklich. Wieder steht eine Triathlon-Langdistanz (IRONMAN Nizza) an und wieder will ich den Marathon endlich unter 3 Stunden laufen. Dazu bieten sich zwei Gelegenheiten: beim Hamburg-Marathon im Frühjahr und beim Berlin-Marathon im Herbst. Dazwischen stehen einige Spaß-Events an: 24-Stunden-Schwimmen in Lüneburg, bei dem ich mal versuchen will einen Halbmarathon zu schwimmen, Fördecrossing (Schwimmen von Dänemark nach Deutschland), im Herbst evtl. mal einen kleinen Ultra-Lauf und und und  …

Und hier noch ein paar Zahlen:

  • Ich habe 6 kg zugenommen (Leider nicht nur Muskelmasse)
  • Ich bin 2.500 km gelaufen (gleich wie 2013)
  • Ich bin 325 km geschwommen (50 km mehr als 2013)
  • Ich bin 5.300 km Rad gefahren (500 km weniger als 2013)
  • Ich habe bis jetzt insgesamt 10 Marathons und 2 IRONMAN absolviert

Was war. Was wird.

Veröffentlicht: 7. Januar 2014 in Allgemein

pokaleIch kann wohl behaupten, dass 2013 für mich ganz gut “gelaufen” ist, schließlich habe ich alle meine Ziele ohne große Verluste erreicht und bin im Schwimmen, Laufen und Radfahren deutlich schneller geworden.

Das Jahr begann mit einem 24-Stunden-Schwimmen und ich konzentrierte mich zunächst auf das Laufen. Nach ein paar Halbmarathons stand als erstes großes Highlight der Hamburg-Marathon auf dem Plan, den ich mit 3:14 h durchlief, mehr als 1:30 h schneller als noch vor einem Jahr. Danach folgten zwei Mitteldistanz-Triathlons zur Vorbereitung auf mein eigentliches Saisonziel, dem Ostseeman, meine erste Triathlon-Langdistanz. Im August schaffte ich dann was ich vor zwei Jahren noch für unmöglich hielt: Nach 11:20 h überquerte ich in der Triathlon-Königsdisziplin nach 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad und 42 km Laufen die Ziellinie in Glücksburg. Das war eines meiner größten Erlebnisse und ich werde es so schnell nicht vergessen.

Die zweite Jahreshälfte war dann wieder geprägt von Laufveranstaltungen. Mich hatte der Ehrgeiz gepackt. Ich trainierte härter und wollte unbedingt noch 2013 einen Marathon unter 3 Stunden schaffen. Leider erreichte ich dieses Ziel jedoch noch nicht ganz, auch wenn mich letztendlich nur 14 Minuten davon trennten. Durch meine erfolgreichen Teilnahmen an einer Vielzahl der Volksläufe in und um Lüneburg erreichte ich jedoch noch ganz nebenbei und von den meisten unbemerkt den zweiten Gesamtplatz in meiner Alterklasse im SALAH-Cup, ein regionaler Lauf-Cup, und kann mich jetzt zu den schnellsten Ausdauerläufern in meiner Region zählen.

Mein Hauptsaisonziel für 2014 ist es, die Challenge Roth (Langdistanz) im Juli unter 11 Stunden zu schaffen. Davor stehen zur Vorbereitung der Rotterdamm-Marathon sowie zwei Triathlon-Mitteldistanzen am O-See in Uelzen und am Chiemsee an. Die zweite Jahreshälfte will ich dann wieder ganz relaxt angehen: Inselschwimmen von Rügen nach Hiddensee, Ironman 70.3 Rügen und den New York Marathon, falls ich ein Los gewinne.

2013 in Zahlen

  • 280 km geschwommen, davon 40 km in offenen Gewässern
  • 6.000 km Rad gefahren und habe dabei 33 Höhenkilometer zurückgelegt
  • 2.500 km gelaufen
  • 1.000 Wettkampfkilometer
  • 1.000 km mit dem Motorrad gefahren und 25.000 km mit dem Auto

Laufen hilft!

Veröffentlicht: 18. Dezember 2013 in Allgemein, Berichte, Laufen

Sonntagnachmittag, 3. Advent 2013 in der rappelvollen Lüneburger-Altstadt: Das Jahr 2013 neigte sich dem Ende entgegen und ich war schon seit einigen Wochen keine längeren Strecken mehr gelaufen. Deshalb kam mir ein Aufruf zu einem  24-Stunden-Spendenlauf für die Taifun-Opfer auf den Philippinen in der Lüneburger-Altstadt am 3. Adventwochenende ganz gelegen. “Kannst ja mal ein paar Runden in der Stadt drehen. Ist mal was anderes als immer nur auf den blöden Bardowicker-Feldwegen zulaufen.”, war mein Gedanke.

Der Lauf startete am Samstagabend 19:00 Uhr. Für jede gelaufene Runde wurde von Sponsoren 1 Euro gespendet. Der Rundkurs war ca. 800 m lang und verlief direkt durch die Fußgängerzone der Lüneburger-Altstadt – Weihnachtsmarktgetümmel inbegriffen. Das war natürlich Absicht, denn schließlich sollten die Läufer ja Aufmerksamkeit erregen, um möglichst viel Spendengeld zusammenbringen zu können.

Da meine Eltern am Samstagabend zu Besuch waren und ich am Sonntagvormittag zunächst meine wohl verdiente SALAH-Cup-Urkunde abholen wollte, startete ich jedoch erst am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr. Hatte also noch 4 Stunden um ein paar Runden drehen zu können. Die Veranstalter des Laufs hatten sich in der Heiligengeiststraße vor dem Gasthof Krone positioniert und “baten” in guter alter Marktschreiermarnier höflich um Spenden. Die Anzahl der Läufer auf der Runde war gut zu überschauen und bereits nach einigen Runden kannte man sich. Die erste Stunde auf der Strecke war ich bei einem gemütlichen 6er-Pace nur am Sabbeln. Dann steigerte ich das Tempo und lief den Rest der Strecke mit einem ruhigen 5er-Pace weiter. So ein kurzer Rundkurs durch die Stadt ist etwas besonderes und im gewissen Sinne mit einem Crosslauf vergleichbar. Da war zum Beispiel dieser Weihnachtsmarkt-Mutzen-Stand. Vor dem Stand natürlich eine große Ansammlung von Menschen, die es läuferisch immer wieder zu überwinden galt. Keine leichte Aufgabe. Außerdem gab es da noch diesen kleinen Anstieg in der Heiligengeiststraße, der in jeder Runde steiler zu werden schien.

Ich lief knappe 3 Stunden und brachte es dabei auf 38 Runden. Insgesamt wurden ca. 2600 Runden gelaufen und es kamen ca. 10.000 € Spendengeld zusammen – weniger als sich die Veranstalter erhofft hatten. Davon schaffte Mike Heidorn, der auch als letzter Läufer ins Ziel kam, ganze 102, dicht gefolgt von Carsten Horn mit 101 Runden, den ich auf seinen letzten Kilometern noch begleiten durft. Respekt!

Und so sah die Strecke aus:

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Sub3 / Versuch 1: Verkackt!

Veröffentlicht: 22. Oktober 2013 in Allgemein, Berichte, Laufen

Nach meiner Absage am Odense Marathon auf Grund meines gebrochenen Arms stand für mich als letztes Highlight in der Saison 2013 der 6. Stadtwerke Lübeck Marathon auf dem Plan. Hier wollte ich es endlich einmal wissen: Schaffe ich es, einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen? Um es schonmal vorweg zu nehmen: Diesmal habe ich es noch nicht geschafft. Aber ich war dicht dran.

Im April 2013 konnte ich bereits beim Hamburg Marathon eine Zeit von 3:14 h erreichen. Der Hamburg Marathon diente mir außerdem als Vorbereitung auf mein eigentliches Saisonziel: einen Langdistanz-Triathlon (Ostseeman) schaffen. Ich erhoffte mir nach dem Ostseeman noch einmal einen Leistungssprung. Außerdem war ich im Stande, 10km unter 40 min und einen Halbmarathon unter 1:30 h zu laufen. Die theoretischen Vorraussetzungen waren also alle gegeben. Ich trainierte brav nach einem Trainingsplan für die Sub3 (kurz für Zielzeit unter 3:00 h) von Hubert Beck, merkte aber schon im Training, dass es etwas eng werden könnte. Damit ich die Sub 3 schaffen kann, mussten für mich also alle Faktoren (Wetter, Strecke, Trainingszustand) optimal sein. Wegen der unsicheren Wetterlage wollte ich mich erst am Sonntag vor Ort in Lübeck anmelden. Deshalb musste ich persönlich bereits am Freitag vor dem Start nach Lübeck. Durch diesen Umstand geschah es, dass ich bei der Nachmeldung zufällig die Startnummer 2 zugewiesen bekam, die kleineste Startnummer die vergeben wird und die Startnummer des Vorjahressiegers, der anscheinend nicht antreten konnte oder wollte. Zuerst freute ich mich, aber später empfand ich es als eine Last.

Just RunDas Wetter am Sonntag, den 20. Oktober 2013 um 10:00 Uhr, war optimal: 16° C, bedeckt, 12 km/h Wind. Ich lief, wie im Training erprobt, mit einem PACE von 4:25 min/h los. Dieses Tempo konnte ich bis KM10 auch ganz gut halten. Da hatte ich den Herrentunnel zwischen Lübeck und Travemünde bereits hinter mir und ich fühlte mich gut. Die Halbmarathon-Marke in Travemünde erreichte ich nach 1:33 h. Da ich meine Tempo ab diesem Punkt nochmal steigern wollte, wären die Sub3 also noch drin gewesen. Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Auf der ersten Hälfte hatte ich leichten Rückenwind. Dies sollte sich sofort nach der Wendemarke rächen. Außerdem erwartete mich jetzt eine lange Steigung. Ich versuchte meinen PACE von 4:10 min/h zu halten, was jedoch nicht möglich war. Die Rechnung bekam ich dann bei KM30 serviert: Durchfall! Glücklicherweise befand sich an dieser Marke eines der seltenen Dixie-Klos auf dieser Strecke. Anschliessend ging es mir wieder besser, aber meine PACE sank auf 4:35 min/h und somit die Sub3 nicht mehr möglich. Letzendlich erreichte ich als 33./371 nach 3:14 h das Ziel.

Der nächste Versuch startet beim Rotterdam-Marathon im April 2014.

Zwangspause 2013

Veröffentlicht: 5. September 2013 in Allgemein

Meine letzte Trainingsausfahrt brachte mir eine Zwangspause ein. Wie kam es dazu? Ich bin am Samstag bei einer Trainingsrunde mit meinem Rennrad in ein Schlagloch (auf dem Radweg) gefahren und dann über den Lenker „abgestiegen“. Dabei bin ich auf die linke Seite gefallen. Schulter, Ellenbogen, Hüfte und Knie haben alle ein bißchen was abgekriegt. Sah erst einmal nicht so schlimm aus und ich bin noch 40 km so weiter gefahren. Zu Hause tat mir dann mein Ellenbogen immer mehr weh und ich konnte meinen Unterarm nur noch innerhalb eines sehr kleinen Winkels schmerzfrei bewegen. Abends entschloss ich mich in die Notfallaufnahme zu fahren, um zu wissen, was es ist. Nach einer sehr schmerzhaften Röntgenaufnahme dann die Diagnose: nicht verschobene Radiusköpfchenfraktur. Das Radiusköpfchen ist der Gelenkkopf der Speiche im Unterarm und maßgeblich bei der Drehung des Unterarmes beteiligt. Als Folge bekam ich einen Gips (nur) für 5 Tage und dannach Bewegungstherapie empfohlen.

Heute, 5 Tage nach dem Unfall, habe ich einen Termin beim Arzt und hoffe, dass der Gips auch tatsächlich abkommt. Zwischenzeitlich habe ich 3 kg zugenommen und scharre bereits mit den Hufen. Allerdings fühle ich mich auch erholt und denke, dass diese Zwangspause mir irgendwie auch gut tut.

Röntgenaufnahme

Vom Moppelchen zum Ostseeman

Veröffentlicht: 7. August 2013 in Allgemein, Berichte, Laufen

Was bewegt jemanden dazu 3,8 km zu Schwimmen, 180 km Rad zu fahren und anschließend noch einen Marathon zu laufen? Nun, bei mir war es der Reiz eines schier unerreichbaren Zieles. Im Folgenden will ich über meinen Weg vom Moppelchen zum Ostseeman berichten.

Anfang 2012 beschloss ich abzunehmen. Damals wog ich noch 110 kg, bei 1,86 m Körpergröße. Um mein Ziel zu erreichen, fing ich an zu Laufen. Schnell steigerte ich die Laufumfänge und bestritt 4 Monate später erfolgreich meinen ersten Marathon in Hamburg. DamalsBeim Laufen wurde mir klar, dass ich einen Ausgleich brauchte und so kam ich zum Triathlon. Noch im gleichen Jahr wollte ich meinen ersten Triathlon, ebenfalls im Hamburg, bestreiten. Durch einen Fußbruch, den ich beim Motorradfahren eine Woche vor dem Wettkampf erlitt, wurde ich jedoch spontan ausgebremst. Vor lauter Frust und wohl auch aus langer Weile, meldete ich mich für den Ostseeman 2013 an, ohne überhaupt eine genaue Vorstellung davon zu haben, wie ich eine Langdistanz bewältigen soll. Ich hoffte aber aus der gleichen Motivationsquelle schöpfen zu können, die mich auch schon beim Marathon erfolgreich über die Ziellinie trug.

Nach einem spontanen Besuch beim nächstgelegenen Fahrradhändler, bestellte ich mir ohne jegliche Rennraderfahrung zu einem günstigen Preis ein Anfängerrad mit dem ich bis heute glücklich bin. Allen Warnungen meines Arztes zum Trotz, fing ich noch während der Heilungsphase meines Fußes an, auf dem neuerworbenen Rennrad erste Erfahrungen zu sammeln. Beim Schwimmen hoffte ich, dass ich von meinem Trainingserfahrungen als Schwimmer aus Grundschultagen profitieren könnte. Davon war jedoch nicht viel hängengeblieben und so waren anfangs mehr als 100 m Kraulen für mich einfach nicht zu schaffen. Deshalb trainierte ich zunächst im heimischen Schwimmbad nur Brustschwimmen und bildete mir ein, das recht gut zu können.

Meinen ersten Triathlon über die Sprintdistanz von 500m Schwimmen, 20km Radfahren und 5 km Laufen, bestritt ich bereits gut einen Monat nach meinem Entschluss mit einer guten Zeit. Danach war alles anders. Ich trat dem Verein “Triathlon Team Lüneburg” bei, hauptsächlich um mich im Schwimmen zu verbessern, und beschäftigte mich intensiv mit Trainingsplänen und Theorie um meine Vorbereitungen auf ein solides Fundament stellen zu können. Im Training konzentrierte ich mich jedoch hauptsächlich nur auf das Laufen, was mir immer noch am meisten Spaß machte und lief Anfang Oktober den Lübeck-Marathon fast 1,5 Stunden schneller, als ein halbes Jahr vorher den Hamburg-Marathon.

Mein Trainingsplan für den Ostseeman, den ich mir aus dem Internet rausgefischt und meinen persönlichen Zeiten angepasst hatte, startete im November 2012 und sah eine intervallartige, Traininglangsame Steigerung der wöchentlichen Trainingsumfänge von anfangs 6 Stunden auf maximal 17 Stunden vor. Er beinhaltete zur Vorbereitung mehrere Läufe, Schwimm- und Rennradwettkämpfe,  sowie zwei Mitteldistanz-Triathlons. Mein Plan sah jeweils eine dreiwöchige Steigerung der Umfänge in allen drei Disziplinen vor, gefolgt von jeweils einer Erholungswoche. Innerhalb jeder Woche achtete ich darauf, möglichst viel Abwechslung im Training zu haben und vermied es, harte Trainingseinheiten direkt aufeinander folgen zu lassen. Ich wollte ja schließlich nicht meinen Körper ruinieren, sondern diesen Sport noch eine Weile betreiben. Auch konnte ich mich zu den seltenen Glücklichen zählen, bei denen die wichtigsten Faktoren zur Bewältigung einer Langdistanz, nämlich Belastbarkeit, Sport, Familie, Beruf und finanzielle Mittel, zusammen passten.

In den letzten Wochen vor dem Wettkampf wurde ich immer nervöser und war ständig von Zweifel begleitet, ob ich es wirklich schaffen könnte. Ich trainierte wie verrückt und hielt mich akribisch an meinen Trainingsplan. Die letzte Woche vor dem Wettkampf war die schlimmste. In dieser Woche fährt man den Trainingsumfang auf ein Minimum zurück und gönnt dem Körper viel Ruhe. Mich machte das völlig fertig und ich nahm 2 kg in dieser Woche zu. Die 2 kg fühlten sich an wie 10 und ich musste mich ständig in den letzten kurzen Trainingseinheiten bremsen. Alte Erinnerungen an meine Fettleibigkeit kamen hoch. Am Ende dieses Taperings stellte sich jedoch wieder so etwas wie eine innere Gelassenheit ein und ich fühlte mich irgendwie glücklich und zufrieden.

Ich reiste zusammen mit meiner Frau und meiner jüngeren Tochter einen Tag vor dem Event an. Wir fuhren direkt nach Glücksburg und ich holte zunächst meine Startunterlagen ab. Direkt danach ging es planmäßig zur Wettkampfbesprechung und im Anschluss daran zum Bike-Check-In. Den Abend ließen wir drei gemütlich in unserem Hotel vorm Fernsehen ausklingen. Um Mitternacht riss mich dann der falsch gestellte Wecker aus dem Tiefschlaf. Bis es dann um 4 Uhr endlich Zeit zum Aufstehen war, döste ich noch im Halbschlaf und in meinem Kopf spielten sich die tollsten Geschichten ab. Nach einem kurzen Frühstück brachen meine Frau und ich auf zum Start. Unsere Tochter ließen wir in Ruhe ausschlafen.

Dann war es endlich soweit. Mein großer Tag war gekommen. Schon bei der Abgabe der Kleiderbeutel schlug mein Puls bis zum Anschlag aus. Schier unerträglich war meine Aufregung unmittelbar vor dem Schwimmstart. SchwimmenZusammen mit ca. 800 anderen Triathleten stand ich am Strand in Glücksburg und sollte nun gleich 3,8 km an diesem herrlichen Sonntagmorgen um 7:00 Uhr starten. Die Lufttemperatur betrug 14°C. Die Temperatur der Ostsee lag mit 22°C deutlich darüber. Dann ging es endlich los. Alle stürmten zeitgleich ins Wasser und die Ostsee schien zu kochen. Ich versuchte auf den ersten 200 Metern möglichst keinen Unfall zu riskieren und nahm auch Rücksicht auf die anderen Schwimmer. An der ersten Boje kam es zu einem Stau und es kam eine kurze Massenpanik auf. Ich schwamm jedoch schnell aus dem Pulk heraus, fand meinen Rhythmus und auch die gelegentliche Schläge in den Rücken und Berge von Quallen brachten mich nicht aus meiner Ruhe. WechselRelativ entspannt zog ich die zwei Runden durch die Ostsee und stieg nach 1:14 h aus dem Wasser.

Ich lief direkt durch in Wechselzone. Meine Frau rief mir irgendwas zu. Noch immer im Rausch verstand ich jedoch nicht, was sie mir zurief. In der Wechselzone angekommen wusste ich dann, was es war: Ich hatte meinen Kleiderbeutel für das Radfahren am Strand liegen lassen. Erster Fehler. Also wieder zurück. Nachdem ich dann umgezogen war, schmierte ich mich noch dick mit Sportsonnencreme ein. Zweiter Fehler, denn nun hatte ich die dickflüssige weiße Sonnencreme überall: auf den Klamotten, an den Händen und dadurch auch am Rennrad.

Die erste von sechs Runden, die mit dem Fahrrad zu absolvieren waren, lief super. Ich fuhr einen gemütlichen 30-er Schnitt und fühlte mich gut dabei. Schließlich hatte ich ja noch einen langen Weg vor mir. Wieder in Glücksburg angekommen, musste man eine kleine aber fiese Steigung hochfahren. Hier jubelten einem die Zuschauer zu, dass mir vor Glück fast die Tränen kamen. Bis zur vierten Runde war alles gut. Dann, nach 120 km, kamen die ersten Schmerzen. Die letzte Runde, nach 150 km war die Hölle für mich. Mein Schnitt sank auf 25 km/h und an  jeder Steigung brüllten mich meine Oberschenkel an. Zeitweise überlegte ich mir sogar abzusteigen und zu schieben. RadfahrenIch hatte im Training bereits befürchtet, dass es so kommen würde, schließlich war ich noch nie zuvor soweit am Stück gefahren. Das war mein dritter Fehler. Insgesamt schaffte ich beim Radfahren aber noch einen Dreißigerschnitt. Das war wichtig für den Kopf. Denn jetzt kam das Laufen.

Für das Laufen hatte ich mir überhaupt keine Strategie zurecht gelegt. Ich wusste nur, dass ich einen Marathon bereits in 3:14 h geschafft hatte und somit eine reelle Chance haben musste, auch diesen Teil noch zu bewältigen. Also bin ich einfach erst einmal los gelaufen. Ähnlich wie beim Radfahren mussten 5 Runden gelaufen werden.Laufen Die Laufstrecke war sehr abwechslungsreich und machte mir Spaß. Jedenfalls in den ersten beiden Runden. Nach ca. 20km erschlug mich dann der “Mann mit dem Hammer”, d.h. meine Muskeln brannten (wieder). Außerdem bekam ich Magenprobleme, schließlich hatte ich schon einige Energy-Gels und jede Menge Bananen, Riegel, Wasser, Iso, Cola usw. intus. So entschloss ich mich zu einem kurzen Aufenthalt im Dixi Klo. Anschließend ging es mir viel besser und so langsam kam mir die Gewissheit, dass ich den Ostseeman schaffen würde. In der letzten Runde kamen mir tatsächlich ein paar Mal die Tränen vor diesem Glücksgefühl. Sicherlich eine Warnung des Körpers, dass als nächstes der totale Zusammenbruch folgen würde. Das blieb jedoch aus. Die letzte Runde genoss ich so richtig. Erst jetzt realisierte ich auch die vielen tollen Zuschauer an der Strecke.

Als ich endlich nach 11:21 Stunden, mit einer Marathon-Zeit von 3:59 Stunden, den roten Teppich des Zieleinlaufes erreichte, entschloss ich mich kurzer Hand die letzten Meter zu gehen. Meine Tochter und meine Frau waren da und die Zuschauer jubelten mir zu, als wäre ich der Gewinner des Rennens. ZielDies war einer der schönsten Momente in meinem Leben und ich werde es nie vergessen.

Der Rest des Tages verlief unspektakulär. Ich sprang noch einmal in die Ostsee, zog mich um, holte meine Sachen aus der Wechslezone und wir fuhren wieder zurück ins Hotel. Auch am Tag danach ging es mir noch ganz gut. Hier und da tat es etwas weh, aber das waren Schmerzen an die man sich gerne erinnert.

Wie geht es jetzt weiter? Triathlon macht mir unendlich viel Spaß und ich werde natürlich dabei bleiben. Die nächsten Wochen will ich mich jedoch zunächst wieder auf das Laufen konzentrieren und versuchen in 2 Monaten beim Odense-Marathon in Dänemark meine Marathonzeit nochmal zu verbessern. Vielleicht schaffe ich eine Zeit unter 3 Stunden. Für das nächste Jahr konnte ich bereits einen der seltenen Challenge-Roth-Startplätze ergattern. Das ist momentan aber noch weit weg.

Noch ein paar Statistik-Daten: Zur Vorbereitung bin ich in 10 Monaten 1800 km gelaufen, 4500 km Rad gefahren und 210 km geschwommen. Dafür habe ich insgesamt ca. 400 Stunden benötigt. Während des Wettkampfes habe ich ca. 4 kg abgenommen, 6 Liter Flüssigkeit getrunken und ca. 8500 kcal verbrannt.

Der Weg ist das Ziel

Veröffentlicht: 25. April 2013 in Allgemein, Berichte, Laufen

Sonntag, 21.04.2013, 8:30 Uhr, sonnig, 5° C, kein Wind – Ich stehe in Shorts und Laufshirt nur mit einer Mülltüte als zusätzlichen Kälteschutz im Block F am Start des Hamburg-Marathons 2013 zusammen mit 20.000 weiteren Läufern. Die Luft vibriert vor Aufregung und trotz der Kälte friere ich nicht wirklich, denn mein Ruhepuls ist bereits jetzt bei 80 Schlägen pro Minute und pumpt Adrenalin durch meinen Körper. Um mich herum sind alle am eifrigen Diskutieren, welche Strategie man am besten einschlägt, welche Zielzeit man einplant und, und, und …

8:40 Uhr – Es folgt eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlages auf den Boston-Marathon vor einer Woche. Tatsächlich herrscht eine Totenstille und angesichts der stillen Menschenmassen läuft mir ein Schauer über den Rücken.

8:41 Uhr – Die Gedenkminute ist vorbei. Einige applaudieren. Man merkt vielen an, dass sie ein mulmiges Gefühl haben. Es wird aber wieder zur Tagesordnung übergegangen – Das Motto lautet: Jetzt erst recht!

8:50 Uhr – Start der Handbiker. Ich bekomme davon gar nichts mit.

9:00 Uhr – Der Startschuß fällt. Jeder will los, aber es tut sich erst einmal 5 Minuten gar nichts in Block F. Dann gehen wir langsam los und nach 100m stehen wir wieder. Ich sehe die Startlinie und kurz darauf laufen wir tatsächlich los. Um meine Zielzeit von 3:15 h erreichen zu können, habe ich mir den Marathon in 4x10km-Blöcke aufgeteilt, die ich jeweils mit einem PACE von 4:44, 4:29, 4:29, 4:42 min/km laufen will. Da ich in Block F eingeteilt wurde, der für einen PACE von 5:00 min/km gedacht ist, muss ich also sofort mit dem Überholen beginnen. Das geht teilweise nur durch Springen in Lücken und GerUnterwegsangel. Ich passiere die Reeperbahn und laufe durch Altona, habe dafür aber gar kein Auge, sondern bin nur mit meinem PACE beschäftigt. Im Nachhinein gesehen bereue ich das, aber es wird ja nicht mein letzter Marathon sein.

10:00 Uhr – Ich komme an den Landungsbrücken an und fühle mich wie ein Superstar. Alles läuft gut. Mein PACE auf den ersten 10km betrug 4:37 min/km – viel besser als erhofft. Seit der 10-km-Marke habe ich das Tempo nochmal angezogen und laufe jetzt mit 4:23 min/km. Hier stehen unendlich viele Zuschauer und jubeln jedem zu. Um mich herum sind viele Läufer, aber ich bin immer noch am Überholen. Die ersten Staffel-Läufer, welche eine Strecke von 16km zu bewältigen haben, sehen ziemlich fertig aus. Dagegen merkt man den Marathon-Läufern kaum etwas an.

10:41 Uhr – Halbmarathondistanz nach 1:36 h erreicht. Nachdem ich den Jungfernstieg passiert habe, laufe ich jetzt zusammen mit der 2.Staffel und bin immer noch am Überholen. Nach 20km habe ich das Tempo nochmal angezogen und bin ganz gespannt wie lange das noch gut gehen wird. Aber ich fühle mich immer noch super. Meine Zehen schmerzen ein wenig und meine Oberschenkel scheinen etwas verhärtet zu sein. Die Temperatur ist inzwischen auf ca. 12°C angestiegen und der Wind hat etwas aufgefrischt. Es ist nach wie vor wolkenlos. Es steht immer noch jede Menge Publikum an der Straße. Einige reichen den Läufern Essen und Trinken zu. Ich halte mich jedoch nur an die offiziellen Verpflegungsstellen und habe bisher nur jeweils ein paar Schlucke Wasser und ein kleines Stück Banane zu mir genommen.

11:23 Uhr – Ich passiere nach 2:17 h die 30-km-Marke mit 4:30 min/km Gesamt-PACE. Meine Oberschenkel merke ich schon etwas deutlicher. Einige Staffel-Läufer überholen mich.

11:45 Uhr – 33km geschafft! Ich bin am Staffel-Wechselpunkt Alsterdorf. Hier ist die Hölle los. Das Publikum jubelt so laut, dass es mich tierisch nervt. Nur einen Kilometer weiter ist der ganze Spuk abrupt vorbei. Hier stehen kaum noch Leute und es fängt jetzt an, richtig hart zu werden für mich. Mit anderen Worten: Der Hammer-Mann hat mich! Meine Oberschenkel merke ich jetzt richtig deutlich und ich fühle mich insgesamt schlappt. Ich versuche mich auf die nächste Verpflegungsstelle zu konzentrieren, schnappe mir ein weiteres Stück Banane und trinke etwas Wasser. Irgendwer schreit mir zu „Los Alex das schaffst Du. Nicht hängen lassen.“. Ich denke nur: „Sei bloß ruhig, sonst komme ich rüber!“.

12:10 Uhr – 40km geschafft! Das Ende ist in Sicht. Leider auch eine letzte Steigung. Ich kann nicht mehr. Meine Oberschenkel brüllen mich an, dass ich aufhören soll zu laufen. Aber ich weiß, dass es noch schlimmer wird, wenn man geht. Deshalb schleppe ich mich eisern weiter. Mein PACE sinkt mit jedem Kilometer und ist mittlerweile bei 4:34 min/km. Ich muss mindestens 4:37 min/km laufen, um mit 3:15 h ins Ziel laufen zu können. Die letzten 2 Kilometer schaffe ich aber irgendwie auch noch. Einige Läufer gehen mittlerweile, andere stehen oder liegen sogar und scheinen von Krämpfen geplagt zu sein. Viele überholen mich jetzt.

12:20 Uhr – Ich laufe mit einer Netto-Zeit von 3:14 h als 906. ins Ziel ein. Kurz und schmerzlos.Alex-HamburgMarathon2013smallNein stimmt nicht. Da war doch was mit meinen Oberschenkeln? Ach ja: Aua. Das Publikum tobt und jubelt jedem Läufer frenetisch zu. Was für eine einmalige Atmosphäre. Irgendwo von der Tribüne höre ich die Stimme meiner Frau: „Alex, Alex, Alex, … „ und sehe sie dann auch. Irgendwie hat sie es tatsächlich rechtzeitig auf die Tribüne geschafft. Super! Im Zielbereich lasse ich noch ein paar Fotos von mir machen, hole mir dann meine Medaille ab und suche mir einen Getränkestand.

Der Tag danach – Am Abend war ich noch 1000m in der Schwimmhalle zum Ausschwimmen. Das konnte jedoch nicht verhindern, dass ich trotzdem Muskelkater bekommen habe. Viele haben mir gratuliert und ich selbst kann es noch gar nicht richtig glauben, dass ich die 3:14 h geschafft habe. Trotzdem schmiede ich bereits Pläne für den nächsten Marathon, will unbedingt die 3-Stunden-Marke noch in diesem Jahr knacken. Deshalb habe ich mich auch direkt für den H.C.Anderson-Marathon in Odense/Dänemark Ende September angemeldet.