Archiv für die Kategorie ‘Triathlon’

IRONMAN Maastricht – Limburg 2016

Veröffentlicht: 11. August 2016 in Berichte, Triathlon

swimBereits zum vierten Mal tat ich mir am 31.7.2016 die Triathlon-Königsdisziplin beim IRONMAN Maastricht – Limburg in den Niederlanden/Belgien an. Dieser IRONMAN wurde 2016 erst zum zweiten Mal ausgetragen und war dementsprechend noch relativ unbekannt. Trotzdem oder vielmehr deswegen fand ich ihn bei der Anmeldung im November 2015 ganz reizvoll. Versprochen wurde Schwimmen in der Maas, eine hüglige wunderschöne Radstrecke durch die Niederlande und Belgien, sowie eine anspruchsvolle Laufstrecke durch Maastricht.

Trotz monatelangem Training auf dieses Rennen hatte ich dieses Mal sehr große Selbstzweifel, ob ich tatsächlich fit genug war für die insgesamt doch recht anspruchsvolle Strecke. Das Schwimmen machte mir keine große Angst aber ich wusste genau, dass mir die Radstrecke Schwierigkeiten bereiten würde und ich dementsprechend das anschließende Laufen, meine eigentliche Paradedisziplin, wieder vermasseln könnte. Der Grund für diese Unsicherheit lag darin, dass ich mich Anfang des Jahres zu sehr auf meine ehrgeizigen Laufziele konzentriert hatte und mein Pulver etwas zu früh in der Saison verschossen hatte. Außerdem hatte ich wegen der großen Laufumfänge viel zu wenige Trainingskilometer auf dem Rad absolviert und letztendlich nur an einem einzigen Vorbereitungswettkampf teilgenommen, nämlich der Challenge Half in Heilbronn. Mein Anspruch an diesen IRONMAN konnte somit nur lauten: “Irgendwie das Ding finishen. Zeit egal.”

Das Wetter am Tag X war als wechselhaft mit Schauern bei ca. 20°C prognostiziert. Zum Abend sollte auch noch die Sonne rauskommen. Das Wasser in der Maas hatte eine für mich optimale Temperatur von 21,4 °C. Somit war Schwimmen im Neo für alle erlaubt.

Punkt 7 Uhr gab’s den Startschuss für die Profis. Der Start für die Amateure fand 10 Minuten später als Rolling-Start statt, d.h. es gingen im Abstand von 1-2 Sekunden immer ein paar Athleten in Wasser und schwammen los. So wollte man die übliche Massenpanik beim Schwimmen vermeiden, was auch prima klappte. Einziges Manko beim Schwimmen in der Maas war lediglich, dass man an manchen Stellen die Hand vor den Augen nicht sehen konnte, weil das Wasser unglaublich trübe war. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um etwas mehr Platz zu haben, schwamm ich teilweise weit am Innenrand, wo das Wasser so flach war, dass ich mit den Händen den Boden berühren konnte. Insgesamt verlief das Schwimmen aber relativ entspannt für mich und ich schwamm die knapp 4 Kilometer in 1:09 h – für mich eine super Zeit.

bikeBeim Wechsel vom Schwimmen zum Rad lies ich mir ganz bewusst etwas Zeit. Mein Ziel war es, diese Disziplin einfach nur so “entspannt” wie möglich hinter mich zu bringen. Ich wusste, dass in den zwei 90-km-Runden jeweils 4-5 harte Steigungen zu bewältigen waren und so teilte ich mir die gesamte Strecke in eben diese Abschnitte ein. Ich hatte mir vorgenommen in der ersten Runde alle Steigungen ruhig hoch zu kurbeln, um meine Kräfte für die zweite Runde zu schonen. Die Strecke verlief außerdem auf teilweise sehr schmalen Wegen und Kopfsteinpflaster – das erinnerte etwas an das legendäre Eintagesrennen “Paris – Rubaix”. Damit hatte ich allerdings weniger Probleme. Wie vom Wetterbericht versprochen, gab es leider unterwegs einige fiese Regenschauer, die mich jedes Mal komplett durchnässten. Vermutlich deswegen gab es auch sehr viele Stürze und Pannen. Die erste Runde brachte ich insgesamt relativ gut hinter mich, musste aber schon ein paar Federn lassen. In der zweiten Runde brach meine “Power” dann ca. bei KM 140 nach einem sehr heftigen Regenschauer wie erwartet ein. Allerdings hatte ich ja damit gerechnet und machte mir deswegen nicht weiter Sorgen, sondern rettete mich im ruhigen Tempo nach 6:37 h in die zweite  Wechselzone.

Nun ging es an’s Laufen. An diesem Punkt habe ich immer zweigeteilte Gefühle: zum Einen freue ich mich endlich vom Rad runterzukommen, da mir einfach nur mein Popo wehtut, zum Anderen allerdings kommt einem die Strecke von 42 km zunächst schier unglaublich lang vor (was sie ja auch ist). Nach einem ebenfalls entspanntem Wechsel lief ich ohne groß über Pace usw. nachzudenken einfach erst mal los. Das fühlte sich insgesamt noch relativ gut an und so zog ich das Tempo nach 5 Kilometern auch noch etwas an. Allerdings war das ein Fehler und so ging das Tempo dann nach weiteren 5 Kilometern wieder runter. Insgesamt konnte ich diesmal aber bis ca. Kilometer 25 durchlaufen und fing dann an in regelmäßigen Abständen zu Gehen und zu Laufen. Ich hätte auch durchlaufen können, allerdings war meine Motivation an diesem Punkt so werunit unten, dass ich dazu nicht mehr im Stande war. Konditionell wäre ich dazu aber durchaus noch in der Lage gewesen. Da sieht man mal, welche große Rolle die Psyche speilt. Selbst das Anlaufen alle paar hundert Meter viel mir zum Ende hin zunehmend schwerer. Letztendlich “lief” ich den Marathon in 4:25 h und finishte den IRONMAN insgesamt nach 12:26 h.

Ohne Gehen und bei einer besseren Radleistung, sowie schnelleren Wechseln hätte ich vermutlich bestenfalls eine 11:30 h auf dieser Strecke schaffen können. Trotzdem bin ich insgesamt zufrieden mit meiner Leistung.

Im nächsten Jahr wieder einen IRONMAN? Klar! Das Ziel steht allerdings noch nicht genau fest. Vielleicht der IRONMAN Zürich, oder evtl. nochmal den OstseeMan – mal sehen!

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Ich lebe (laufe) noch. Mein letzter Beitrag ist jetzt schon etwas länger her, aber große Erfolge gab es in diesem Jahr noch nicht zu berichten und ich war auch bisschen faul, was zu schreiben.

Große (und viele) Ziele waren für das Frühjahr 2016 gesteckt: Indoorman Rostock, 100x100m Schwimmen in Hamburg, Paris-Marathon, Hamburg-Marathon und als Frühjahrsfinale der 80km-Ultra Ecotrail in Oslo – etwas unfokusiert eben. Mein Hauptziel lag mal wieder darauf, endlich einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen. Gleichzeitig wollte ich aber auch meine Schwimm- und Radleistung verbessern.

Ich versuchte zunächst mein Training auf das Laufen zu konzentrieren, trainierte aber viel zu einseitige Intensitäten. Um die harten, schnellen Intervalle mogelte ich mich gerne mal drum herum und an schnellen Wettkämpfen nahm ich auch nicht teil. Lediglich einen Halbmarathon absolvierte ich mehr Recht als schlecht in 1:32 h. Stabi-Training und Lauf-ABC? Fehlanzeige! Es kam was kommen musste, bereits der Paris-Marathon lief mit 3:35 h nicht sonderlich gut. Damit hatte ich aber schon gerechnet. Als Ursache machte ich schnell das zu warme Wetter, schlechte Vorbereitung, falsches Training und falsche persönliche Einstellung aus. Wenigstens hatte ich eine Woche schönen Urlaub in Paris.

Zwei Wochen später In Hamburg sollte es besser laufen. Mit 3:20 h Netto-Zeit war allerdings  die 3-Stunden-Marke in weite Ferne gerückt. Ok, ist dann halt so. Ich bin ja jetzt auch schon bisschen älter, da wird man halt langsamer, oder? Laut einer Prognose, die ich mal irgendwo im Web gelesen habe, soll ich die 3 Stunden aber noch bis zum 50. Lebensjahr theoretisch schaffen können. Woll’n wir mal sehen …

Dummerweise machte ich nach diesen zwei Marathons den Kapitalfehler nicht ausreichend zu pausieren/regenerieren. Folge: Eine Woche später fette Knochenhautenzündung im Schienbein. Super! Hatte ich letztes Jahr auch schon, nur im anderen Bein – haben wir wohl wieder nichts gelernt. Den 80km-Ultratrail in Oslo konnte ich somit also vergessen. Da mein Schienbein dank 2-wöchigem Laufverzicht jedoch ausgesprochen schnell heilte, beschloss ich, es in Oslo dennoch auf der 30-km-Strecke zu versuchen, was dann auch gut ging. Der Ecotrail in Oslo war großartig. Herrliche Landschaft und ein wirklich einmaliges Lauferlebnis plus eine Woche Urlaub in Oslo.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ich einige blöde Anfängerfehler in der Frühjahrsaison gemacht habe, aber letztendlich noch mit einem blauen Auge davon gekommen bin, sprich: Ich habe immer noch Spaß am Laufen und ich bin nicht verletzt. Im Herbst gebe ich mir dann wieder die Kante, aber jetzt beginnen ersteinmal die Triathlons. Möge die Spiele beginnen!

Notiz an mich: Nächstes Jahr keinen Marathon auf Zeit im Frühjahr laufen, sondern mich selbst erst im Herbst abschießen, damit ich im Winter auch vernünftig regenerieren kann/muss. Mehr von diesem Trail-Scheiß! Das macht einfach irre Spaß.

Finisher

1.Indoorman Triathlon in Rostock

Veröffentlicht: 8. Februar 2016 in Berichte, Triathlon

Mein diesjähriger Einstieg in die Triathlon-Saison fand überraschend früh und bei tropischen Wetterverhältnissen spontan am vergangenen Wochenende beim 1.Indoorman in Rostock statt. Nur zwei Tage vor dem Start hatte ich von diesem neuen Event erfahren. Die 130 Startplätze waren zu diesem Zeitpunkt bereits komplett ausgebucht. Auf Nachfrage beim Veranstalter, dem TG triZack Rostock e.V., konnte ich jedoch spontan als Ersatzman für einen ausgefallenen Athleten einspringen. Die 15 Euro Startgeld kann man verglichen mit den IRONMAN-Preisen sicherlich als „kaum zu toppen“ bewerten.

Lediglich 375 m Schwimmen im wohltemperiertem 26°C-Becken, 8 km auf dem Ergometer und 2,5 km auf dem Laufband galt es am Sonntag, dem 7.Februar zu überwinden. Allerdings darf man sich durch die kurzen Distanzen nicht täuschen lassen, denn hier heißt es “Volle Pulle” in jeder Disziplin – für mich als Ausdauer-Spezialist also eine echte Herrausforderung. Der Schwimmstart erfolgte in Gruppen mit je 8 Athleten wahlweise vom Beckenrand oder direkt im Wasser. Vom Schwimmen ging es mehr oder weniger direkt auf’s Ergometer, auf dem man nun so schnell wie möglich die 8 km zu absolvieren hatte. Vom Ergometer runter, hieß es dann 2,5 km “All-Out” auf dem Laufband.

Neben vielen Hobby-Athleten waren auch überraschend viele Profis und Spezialisten für die Einzeldisziplinen am Start. Unter ihnen Bundesligisten, DM/EM/WM/Olympia-Teilnehmer und Kader, junge Nachwuchstalente usw. Zum Vergleich hier mal die jeweils besten Zeiten der Einzeldisziplinen (Einzel und Staffel) gegenüber meinen Zeiten:

Beste Zeit Meine Zeit
Swim (375m) 4:37 min (1:14 min/100m) 7:39 min (2:02 min/100m)
Bike (8 km) 9:31 min (50,4 km/h) 13:00 min (36,9 km/h)
Run (2,5 km) 7:23 min (2:57 min/km) 10:29 min (4:12 min/km)
Gesamt 22:25 min 31:41 min

Beim Schwimmen war ich ziemlich langsam unterwegs. Weshalb, weiß ich nicht genau, vermutlich hat der Triathlon-Einteiler etwas gebremst. Ich bin jedoch als 4. in meiner Gruppe aus dem Wasser rausgekommen. Den ersten (entscheidenden) Wechsel hätte ein Profi fast nicht besser hinbekommen, allerdings musste ich meine schnelle Wechselzeit anschließend auf dem Ergometer wieder einbüßen, weil ich den Start-Knopf zu spät gedrückt hatte, bzw. dieser zu träge reagierte. Auf dem Laufband hatte ich ähnliche Probleme. Im Gegensatz zum Laufen draußen, braucht das Laufband etwas Zeit, um in die Gänge zu kommen. Ebenso musste man nach den 2,5 km warten, bis das Laufband zum völligem Stillstand gekommen war und dann noch ca. 20 m in das eigentliche Ziel laufen. Der wirkliche Pace auf dem Laufband war also etwas schneller. Fast tot, aber super glücklich, flog ich dann nach 31:41 min als 30. unter den Männern über die Ziellinie. Mit diesem Ergebnis bin ich eigentlich auch sehr zufrieden.

Insgesamt finde ich, war der Indoorman wirklich eine sehr gelungene Veranstaltung. Ist sicherlich nicht selbstverständlich, dass ein Debüt so gut gelingt. Vielen Dank auch an die wirklich zahlreichen Helfer und die netten Damen an der Verpflegung. Ich bin mir sicher, dass ich wieder teilnehmen werde und nächstes Mal die 30-Minuten-Grenze knacken werde. Dieses neue Format wird sicherlich schnell viele Fans finden.

Indoorman Rostock

Seit Nizza ist jetzt etwas Zeit ins Land gezogen und meine 2015-er-Saison nährt sich mit großen Schritten dem Ende entgegen. Allerdings stehen noch ein paar Todo’s auf meinem Zettel, wie z.B. der Berliner-Marathon, der Rostocker-Triathlon und als Herbst-Highlight mein erster Ultramarathon, der 63 Kilometer lange Röntgenlauf in Remscheid, den ich mir quasi zum Geburtstag schenke. Was gibt’s Schöneres? 😉

FoerdecrossingNach Nizza musste ich ein paar Wunden lecken. Eine Entzündung im Schienbein (Schienbeinkantensyndrom oder auch Shine Splints genannt – nach Selbstdiagnose), die ich bereits seit dem Hamburg-Marathon mit mir rumschleppte, jedoch nicht richtig ernst genommen hatte, zwang mich zunächst dazu mein Training massiv runterzufahren. In der Konsequenz bedeutete das für mich auch die Absage des Osteeeman-Triathlons bei dem ich eigentlich in der Staffel einen Marathon laufen wollte. Ich tröstete mich  mit der Teilnahme an der Rostocker-Marathonnacht, bei der ich allerdings nur die Halbmarathondistanz lief. Eine Woche zuvor war ich bereits  Landesligaverpflichtungen beim Silbersee Triathlon in Stuhr (Nähe Bremen) auf der olympischen Distanz (1,9K Swim, 40K Bike, 10K Run) nachgekommen und konnte mit 2:29 h eine für mich sehr gute Zeit hinlegen.

Ein weiteres Highlight war meine Teilnahme am Fördecrossing, einem Open-Water-Schwimmevent in der Nähe von Flensburg, beim dem man in der Ostsee von Dänemark nach Deutschland ca. 3 km zu schwimmen hatte. Perfektes Wetter, d.h. Sonne, leichter Rückenwind, 21°C Wassertemperatur, und ein perfekt organisierter Wettkampf sorgten für entsprechend gute Laune und eine neue Bestzeit (51 Minuten) für mich auf dieser Distanz. Nächstes Jahr gerne wieder …

Derzeit trainiere ich auf den Ultramarathon nach einem 70-km-Trainingsplan von Hubert Beck mit Zielzeit von 6:30 h. Mein Ziel ist es den Röntgenlauf unter 6 Stunden zu laufen, was ich auch für machbar halte. Allerdings habe ich bisher keine Ultralauf-Erfahrung, deshalb wird es sehr spannend, wie dieser Lauf für mich ausgehen wird. Der Trainingsplan sieht u.a. auch mehrere 40-km-Trainingsläufe vor, weshalb ich den 4 Wochen früher stattfindenden Berliner-Marathon “nur” als Trainingslauf absolvieren will. Mein Ziel: Spaß haben und Berlin genießen!

IRONMAN Nizza 2015

Veröffentlicht: 3. Juli 2015 in Berichte, Triathlon
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WechselzoneUm es gleich vorweg zu sagen: Ich bin mit meinen knapp 13 ½ Stunden zufrieden, die ich gebraucht habe, um den IRONMAN Nizza 2015 zu finischen. Letztendlich war ich froh, dass Ziel überhaupt erreicht zu haben, denn der IRONMAN Nizza gilt als einer der härteren Langdistanztriathlons: 3,8 km Schwimmen im Mittelmeer, 180 km (2000 hm) Rad durch die französischen Alpen mit mehreren harten Anstiegen und technisch schwierigen Abfahrten, 42,2 km Laufen – 2800 Starter. Insbesondere das Laufen auf Asphalt bei 30 Grad Lufttemperatur ohne Schatten sollte man besser vorher schonmal trainiert haben.

Einige Tage vorher reiste ich zusammen mit meiner Frau an. Wir hatten eine kleine Ferienwohnung im Herzen von Nizza gebucht, von der aus wir alles bequem zu Fuß erreichen konnten. Mit im Gepäck: Super Wetter, jedenfalls zum Urlaub machen … Insgesamt hat Nizza wirklich gehalten, was ich mir erhofft hatte: Eine schicke Stadt am Mittelmeer mit tollen Leuten und ganz entspannter Urlaubsatmosphäre.Schwimmstrecke

Der Check-In am Samstag verlief reibungslos. War schon beeindruckend wie viele Räder hier standen. Das ließ auch gleich erahnen wie viele Triathleten am nächsten Morgen zeitgleich am Schwimmstart stehen würden. Am Sonntag, dem 28. Juni 2015, 6:30 Uhr, war es dann endlich so weit. Ich stand am steinigen Strand von Nizza zum Start des IRONMAN und ab ging die Luzie. Der Start war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wie bei einem großen Fischschwarm schien das Wasser irgendwie zu kochen. Die Arme flogen und ich hatte das Gefühl hier nicht wieder lebendig raus zu kommen. Ich war mitten drin, dort wo es am schlimmsten ist. C’est la vie, dass habe ich ja auch so gewollt und genau das macht auch den besonderen Reiz des Triathlons aus. Jedenfalls lief das Schwimmen gar nicht so schlecht für mich. Nach 2,4 km Kampf war ein kurzer Landgang vorgesehen. Hier kam es zu einem kleinen Stau. Dann folgte die zweite Schwimmrunde mit 1,4 km. Letztendlich bin ich aber tatsächlich 4,2 km geschwommen, da ich teilweise im Wasser etwas die Orientierung verloren hatte und dadurch ein paar Umwege geschwommen war. Trotzdem stieg ich bereits nach 1:15 h aus dem Wasser – neue persönliche Bestzeit! So kann’s weitergehen.

Nach einer kurzen Dusche ging es dann in die erste Wechselzone. Diesesmal kam ich scLandganghnell aus meinem Neo raus, allerdings war die Wechselzone relativ lang und es kam hier und da zu kleinen Staus, so dass ich insgesamt 9 Minuten brauchte bis ich tatsächlich auf meinem Rad saß.

Vor der Radstrecke hatte ich gewaltigen Respekt. 180 km – kann man schaffen. 2000 Höhenmeter – da wird’s bei mir schon schwieriger, zumal ich ja im Flachland wohne. Höchste Erhebung hier ist gerade mal 100 Meter hoch. Und dann war da auch noch die spannende Verteilung der Höhenmeter. Zunächst einmal ging es 20 km flach aus Nizza raus, dann kam der erste kleine Hammer mit 15-16 % Steigung. Hier kam es direkt zu einem kleinen Stau, da einige mit ihren vermutlich ungünstigen Ritzelübersetzungsverhältnissen diese Steigung nicht treten konnten. Dank meines, für ein Rennrad unüblichen dritten Kettenblattes, kam ich mit dieser kleinen fiesen Steigung jedoch ganz gut zurecht. Die nächsten 20 km ging es dann mit 3-4 % weiter hoch und dann folgte schon eine erste kleine Abfahrt. Leider ging auf dieser Abfahrt ein Reisverschluss an meiner kleinen Werkzeugtasche auf, so dass ich mein Werkzeug verlor. Jetzt durfte keine Panne passieren, dann wäre das Rennen für mich beendet gewesen. Bei KM 50 fing dann die Schlüsselstelle, eine 20 km lange Auffahrt mit 6% durchschnittlicher Steigung zum Col de l’ecre an. Nach endloser Quälerei in der brütend heißen Sonne meisterte ich diese Steigung aber als Flachländer relativ gut. Geübt hatte ich so eine lange Steigung nur ein einziges Mal – auf der Rolle! Die nächsten Kilometer ging es  dann mehr oder weniger immer ein bisschen hoch und runter. Die Abfahrten waren teilweise sehr anspruchsvoll. Im Großen und Ganzen ließ ich es aber einfach laufen. Wie gewohnt wurde ich sehr viel von anderen Startern überholt, zog das Tempo aber auch auf der zweiten Hälfte nicht an, weil ich noch ein paar Körner für das Laufen aufheben wollte. Nach ein paar fiesen Gegenanstiegen ging es dann ab Kilometer 125 komplett wieder runter nach Nizza. Wirklich eine Hammer-Abfahrt! Die Franzosen waren hier wirklich gnadenlos. Bremsen? Nö, einfach nur volle Möhre runter. Wie man Kurven fährt, kenne ich ja schon vom Motorradfahren, aber mit dem Rennrad ist das nochmal ein ganz anderes Gefühl: Leider geil!

Wieder in Nizza angekommen, kam dann nochmal ein 20 km Flachstück, welches sich aber nach der Radstreckeschnellen Abfahrt ziemlich hinzog und ich spürte meine Beine (wen wundert’s) jetzt auch schon ziemlich deutlich. Als ich dann endlich nach 6:50 h wieder in der Wechselzone ankam, waren die meisten anderen bereits am Laufen. Ich fühlte mich (noch) gut und nach einem schnellen zweiten Wechsel ging ich dann mit einem 5:30-er Pace auf die Laufstrecke. Ich hatte ja keine Ahnung. Es waren 4 Runden a 10,5 km auf der Promenade des Anglais zu laufen. Reiner Asphalt, 30 Grad, kein Schatten! Um’s kurz zu machen: Die erste Runde lief ganz gut und dann ging’s abwärts. Die komplette zweite Hälfte musste ich gehen, da ich keinen Totalausfall riskieren wollte, obwohl sich meine Beine noch verhältnismäßig gut anfühlten. Ein paar Mal war mir ziemlich schwindlig und mein Magen verweigerte die Nahrungsaufnahme. Mehrere Krankenwagen waren jetzt im Dauereinsatz auf der Laufstrecke und da wollte ich natürlich nicht landen.

Nach ca. 5 Stunden hatte ich dann endlich auch den Marathon hinter mich gebracht und war ehrlich gesagt froh nach insgesamt fast 13 ½ Stunden überhaupt die Ziellinie erreicht zu haben. Nach einer kurzen Pause im Zielbereich ging es dann auch direkt zurück in die Ferienwohnung und nachdem mein Magen ein letztes Mal rebellierte, gönnte ich mir ein sattes Stück Pizza. Mahlzeit! Ich bin jetzt offiziell ein IRONMAN!

Den IRONMAN Nizza war mein vorläufiges Highlight 2015. Ich bin mit meiner Leistung durchaus zufrieden. Im Nachhinein betrachtet habe ich ein paar Fehler in meiner Trainingsplanung gemacht. Insbesondere Anfang des Jahres hatte ich mich zu sehr auf’s Laufen konzentriert und zu wenig regeneriert. Außerdem habe zu wenig Athletik und Hitzetraining (ging ja auch nicht bei den hiesigen Temperaturen) gemacht, dann wäre es beim Laufen evtl. etwas besser gelaufen. Nächstes Mal wird alles besser. 🙂

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Déjà-vu am O-See

Veröffentlicht: 2. Juni 2015 in Berichte, Triathlon

M-DistanzSonntag, 31. Mai 2015, 8:30 Uhr, Deutschland, Uelzen, Oldenstätter See (kurz: O-See), Luft 8°C, Wasser 15°C (gefühlte 3°C), wolkig: Ich stehe im kalten Wasser und friere. Was zum Geier machst Du schon wieder hier? Wie bereits im letzten Jahr, starte ich beim O-See Triathlon auf der Mitteldistanz. D.h. 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad und 21 km Laufen.

Peng, Startschuss und los geht’s. Die niedrige Wassertemperatur ist das Eine, aber ich muss mich auch erst wieder an das Getümmel um mich herum gewöhnen, denn dies ist mein erster Triathlon in diesem Jahr. Zusammen mit mir sind an diesem Sonntagmorgen ca. 150 Triathleten auf der Mitteldistanz am Start. Es sind zunächst 2 Runden im O-See zu schwimmen. Mindestens die Hälfte der Athleten schwimmen mir sofort davon. Aber abwarten, ich kann Ausdauer! Nach 37 Minuten ist die “Zitterpartie” dann für mich vorbei und es geht ab in die Wechselzone. Im letzten Jahr hatte ich hier sehr, sehr, sehr viel Zeit verdaddelt, weil ich nicht aus meinem Neo rauskam. Und was soll ich sagen – ein Déjà-vu:  Auch dieses Mal läuft es nicht viel besser, muss mir sogar ein paar dumme Sprüche anhören, dass man den Wechsel auch schneller hinbekommt. Egal, jetzt kommt das Radfahren, da spielen 1-2 Minuten Wechselzonenverdaddelei bei mir traditionell sowieso keine Rolle.

Die 90 Radkilometer, welche sich auf 4 Runden verteilten, liefere ich nach 2:54 h ab. „The same procedure as every year“, denn letztes Jahr hatte ich exakt die gleiche Zeit. O-See_LaufenImmerhin nicht schlechter geworden. Das Wetter ist jetzt mit 17°C, leichtem Wind und mittlerer Bewölkung im optimalen Bereich.

Nach einem Profimäßigem zweiten Wechsel “gehe” ich dann auf die Laufstrecke. Die ist hier durchaus anspruchsvoll – könnte man fast schon als Crosslauf bezeichnen. Der O-See muss nun zu Fuß insgesamt 8 Mal umrundet werden, was nach jeder Runde mit einem schicken rosafarbenen Armbändchen belohnt wird. Bereits nach dem dritten Band ist man permanent am Nachzählen – blos nicht ‘ne Runde zu viel laufen! Ich laufe die erste Runde gemütlich los und will mich dann steigern, um den Halbmarathon unter 1:40 h zu schaffen – so die Theorie. Irgendwann (zu spät) merke ich dann, dass ich für die 1:40 h doch etwas zu langsam laufe, ziehe dann zwar das Tempo zum Schluss noch an, was den ein oder anderen sehr gefrustet haben wird, aber für die 1:40 reicht es dann trotzdem nicht mehr.

Die Ziellinie erreiche ich relativ entspannt nach 5:20 h als 70. von 131 Männern, womit ich bei dem hochklassigen Teilnehmerfeld durchaus zufrieden bin. Als nächstes steht nun in 4 Wochen der IRONMAN Nizza an, mein vorläufiges Highlight in diesem Jahr.

Salut!

Wetterdesaster auf Rügen

Veröffentlicht: 17. September 2014 in Berichte, Triathlon

Zum Abschluss meiner Triathlon-Saison 2014 hatte ich mich bereits früh im Jahr für den IRONMAN 70.3 auf Rügen entschieden, welcher am 14. September 2014 zum ersten Mal stattfand. Das besondere Highlight sollten die 1,9 km Freiwasserschwimmen in der Ostsee werden. Anschließend mussten noch 90 km Rad gefahren und ein Halbmarathon gelaufen werden. Wechselzone SchwimmenHier wollte ich nochmal alles geben und meine persönliche Bestzeit auf der Mitteldistanz verbessern. Einmal mehr in diesem Jahr spielte das Wetter leider nicht so mit, wie ich es mir gewünscht hatte. Trotzdem war der IRONMAN 70.3 Rügen in Binz ein großartiges Erlebnis für mich.

Bereits am Abend vor dem Start war klar, dass die Wetterverhältnisse schwierig werden würden und so kam was kommen musste: Das Schwimmen wurde wegen Wellengang von bis zu 2 Metern und starker Strömung abgesagt, wofür ich auch volles Verständnis hatte. Statt dessen sollten 5 km gelaufen werden.

Bereits vor dem Start waren alle Sportler komplett durchnässt. Das schien jedoch niemanden zu stören und auch die Zuschauer applaudierten bereits kräftig mit. Nach dem Start der Profis, unter ihnen Welt- und Europameister Faris Al-Sultan, Michael Realert und viele andere Top-Triathleten, stand ich um 10:40 Uhr an der Startlinie – im sinnflutartigem Regen. Ich lief die erste Runde über 5 km locker in 23 Minuten durch, wollte in der zweiten Laufrunde auf der längeren Distanz noch ein paar Körner übrig haben.   Das Laufen gestaltete sich leider bereits sehr schwierig, denn die Laufstrecke war eng und verlief über holprige, nasse Pflastersteine mit riesigen Pfützen, sowie auch ein kleines Stück durch ein Waldgebiet, welches jetzt unter Wasser stand. Es fühlt sich alles eher nach Crosslauf an.

Nach dem Laufen ging es dann in die erste Wechselzone an den Strand in den nassen Sand, welche ja eigentlich für den Wechsel vom Schwimmen zum Radfahren gedacht war. Das erwies sich jetzt als sehr ungünstig, denn zu den ohnehin Auf der Radstreckeschon nassen Sachen gesellte sich jetzt noch ein Sand-Salz-Gemisch. Zum Glück hatte ich ein zweites Paar Laufschuhe dabei, welches ich mir bereits vorher für die zweite Laufrunde trocken verpackt hatte. Vom Strand lief ich dann in Radschuhen über eine abenteuerliche Brücke und wieder ein Stück Pflastersteine zu meinem Rad in der zweiten Wechselzone insgesamt einen halben Kilometer.

Nun ging es weiter im strömenden Regen auf die Radstrecke. Der Regen machte nicht so viel aus, wie ich anfangs befürchtet hatte. Im Gegenteil: trotz der welligen Strecke war ich mit einem für meine Verhältnisse gutem Schnitt von 32 km/h unterwegs. In den Kurven ging ich es etwas ruhiger an, wollte keinen Sturz riskieren. Nach 20 km kam der erste Verpflegungspunkt in Bergen. Wie ich finde an einer sehr ungünstigen Stelle mit in einer Steigung. Nachdem ich mich mit Trinken und einem Riegel versorgte hatte, kam ein kurzes Stück holpriges Pfalster, welches so üppig war, dass es mir fast den Lenker aus der Hand riss. Den anderen Athleten ging es anscheinend ähnlich. Obwohl es an dieser Stelle bergab ging, war es unmöglich schneller als 15 km/h zu fahren. Der restliche Teil der Runde verlief relativ unproblematisch und trotz des Regens machte es Spaß. In der zweiten Runde lies dann auch der Regen endlich nach, dafür kam allerdings böiger Wind auf und mein Kilometerschnitt ging runter. Im ZielAber auch diese Runde brachte ich gut hinter mich und ich freute mich jetzt auf die letzte Laufrunde.

Nach dem Radfahren ging es dann in die zweite Laufrunde. Insgesamt waren 4 Runden durch Binz zu laufen. Geplant hatte ich den Halbmarathon in 1:45 Stunden zu absolvieren, allerdings geschwächt durch die lange Saison und auch wegen der schwierigen Wetter- und Streckenverhälnisse, fehlte mir einfach die Kraft und der Wille hier nochmal wirklich alles zu geben. Trotzdem konnte ich hier nochmal ein paar Plätze gut machen und lief nach 5:27 Stunden, als 64. von 149 Männern in meiner Altersklasse M40-44 und als 456. von insgesamt 1300 Teilnehmern über die Ziellinie. Sieger wurde der Rostocker Michael Raelert mit 3:53 Stunden und Siegerin die Holländerin Yvonne van Vlerken mit 4:20 Stunden.

Insgesamt fand ich den IRONMAN 70.3 Rügen eine sehr professionell organisierte und gelungene Veranstaltung, nur die Streckenführung kann sicherlich noch etwas optimiert werden. Ein hartes aber schönes Rennen und trotz des schlechten Wetters war die Stimmung toll. Ich kann mir durchaus vorstellen, hier nochmal anzutreten.